11:25 22 August 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    Russland warnt Auslandsbanken vor Kapitalflucht - "Kommersant"

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 8 0 0
    MOSKAU, 23. Oktober (RIA Novosti). Die Behörden haben eine weitere Methode des Kampfs gegen den Kapitalabfluss aus Russland, der in den letzten zwei Monaten die Marke von 50 Milliarden Dollar überstiegen hat, gefunden, schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Donnerstag.

    In der Zentralbank Russlands wird die Auffassung vertreten, dass darin die Töchter von ausländischen Banken nicht die letzte Geige spielen. In den letzten Monaten kreditieren sie vor allem die Mutterunternehmen.

    Am vergangenen Wochende wurden die Direktoren einer Reihe von Banken in die Neglinka (Sitz der Zentralbank) zu einer Aussprache eingeladen. In deren Verlauf war die Drohung nicht zu überhören, ihnen den Zugang zu den Geldmitteln der Zentralbank und der staatlichen Banken zu verwehren.

    Darüber berichteten mehrere Quellen in der Bankenszene und der Zentralbank selbst. Die Chefs von zwei Töchtern ausländischer Banken bestätigten, die Zentralbank am Sonnabend besucht zu haben, weigerten sich jedoch, Einzelheiten des dort abgehaltenen Gesprächs zu präzisieren.

    Ein weiterer Bankier behauptet, in die Zentralbank seien "sehr, aber sehr viele" eingeladen worden. "Mit jedem der Bankiers fand ein Einzelgespräch statt, bei dem die Vertreter der Zentralbank forderten, von Operationen abzusehen, die den Kapitalabfluss aus Russland verstärken", erzählte der Bankmanager der "Kommersant".

    Anhand der Rechenschaftsberichte der Banken für den September ist der Umfang der Kredite der Devisenauslandsbanken gestiegen: bei der Raiffeisenbank um 38,6 Milliarden Rubel (1 Euro = ca. 34,6 Rubel), bei der Unicreditbank um 36,9 Milliarden Rubel.

    Zugleich sind die Kredite für russische Banken um 2,8 Milliarden beziehungsweise 16,7 Milliarden Rubel zurückgegangen. "Das bedeutet, dass die Töchter der Devisenauslandsbanken auf diese Weise die Dachgesellschaften unterstützten, von denen viele zur Zeit an Liquiditätsmangel leiden", findet Jewgeni Nadorschin, Chefanalyst der Bank Trust.

    Nach Angaben der Zentralbank gibt es in Russland nach dem Stand vom 1. Oktober 74 Kreditinstitute mit 100-prozentiger Beteiligung von Devisenausländern und 24 Banken mit einer Beteiligung der Devisenausländer von mehr als 50 Prozent. Zu den 100 größten Banken in Russland gehören: Unicreditbank, Raiffeisenbank, HKF Bank, Citybank, ING Bank (Eurasien), Royal Bank of Scotland, Societe Generale Vostok, Credit Suisse, KMB-Bank, BNP Paribas, Swedbank, Expobank, Bank of Cyprus, Deltakredit und GE Money Bank.

    Einer Quelle bei der Zentralbank zufolge war die Rede bei den Treffen mit den Bankiers "von den Folgen für Ausländer, die solcherlei Gechäfte besonders eifrig tätigen". "Diejenigen, die sie über die Gebühr missbrauchen, wurden gewarnt: Falls sie so weitermachen, werden sie von der Zentralbank und den staatlichen Banken keine zusätzliche Liquidität erhalten, ja sogar kaum in Russland arbeiten können", behauptet der Gesprächspartner.

    Im Übrigen gibt die Quelle zu, dass das "Zusammenstauchen" bei weitem nicht allen westlichen Bankiers gegolten habe, die es verdient hätten. "Wir müssen mit einem Blick auf Länder vorgehen, in denen Tochterbanken der russischen Banken tätig sind, die ebenfalls Schwierigkeiten mit der Liquidität haben", erläuterte der Gesprächspartner. Er präzisierte, dass Russlands VTB-Bank mit Erhalt von Geldmitteln von der Europäischen Zentralbank für die Aufrechterhaltung der Liquidität von VTB Europe rechne.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren