03:44 22 Juni 2018
SNA Radio
    Wirtschaft

    Gazprom und E.ON-Ruhrgas wollen Joint Venture für Energieeinsparung gründen (Zusammenfassung)

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 0 0
    MOSKAU, 31. Oktober (RIA Novosti). Der russische Gasmonopolist Gazprom und der deutsche Energiekonzern E.ON-Ruhrgas planen für 2009 die Gründung eines Joint Venture im Bereich Energieeinsparung und erneuerbare Energien.

    Das teilte Gazprom am Freitag in Moskau mit. Eine dahin gehende Absichtserklärung wurde am Vortag in München von Gazprom-Vizevorstandschef Alexander Medwedew und

    E.ON-Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg unterzeichnet. "Die Gewährleistung stabiler Gaslieferungen und die sparsame Energienutzung sind zwei Seiten einer Medaille", sagte Medwedew.

    Am Donnerstag hatten Gazprom und E.ON-Ruhrgas bei Veranstaltungen anlässlich des 35. Jahrestages der Aufnahme von Gaslieferungen aus der früheren Sowjetunion nach Deutschland eine engere Kooperation vereinbart. Das neue Gemeinschaftsunternehmen soll fortgeschrittene Technologien zur Energiesparung einführen, darunter unter Einsatz erneuerbarer Energiequellen, sowie großen europäischen Kunden Konsultationen zu Problemen des sparsamen Umgangs mit Ressourcen erteilen.

    Für den Ausbau der Kooperation sei der kürzlich vereinbarte Einstieg von E.ON in das Gasprojekt Juschno-Russkoje ein Eckpfeiler, der einen wichtigen Beitrag zur sicheren Versorgung Deutschlands und Europas mit Erdgas leiste, sagte E.ON-Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg. "Russisches Gas ist und bleibt weiterhin ein zentraler Bestandteil in unserem Bezugsportfolio."

    Der Vertrag über den Einstieg von E.ON-Ruhrgas bei Juschno-Russkoje war Anfang Oktober am Rande deutsch-russischer Regierungsgespräche in St. Petersburg unterzeichnet worden. Der Schritt bringe E.ON-Ruhrgas dem Ziel näher, künftig mindestens zehn Milliarden Kubikmeter Gas aus eigenen Produktionsbeteiligungen zu beziehen, sagte Reutersberg.

    Juschno-Russkoje verfüge über Reserven von mehr als 600 Milliarden Kubikmeter und zähle damit zu den größten Gasfeldern der Welt.

    Seit den ersten Erdgaslieferungen zwischen Gazprom und Ruhrgas im Jahr 1973 hatte E.ON-Ruhrgas nach eigenen Angaben 520 Milliarden Kubikmeter Erdgas im Wert von rund 55 Milliarden Euro aus Russland bezogen und mit Gazprom auch vielfältige Projekte in Europa entwickelt. Dazu zählt die gemeinsame Beteiligung an der Ostsee-Gaspipeline Nord Stream.

    E.ON wird 25 Prozent minus eine Aktie an der

    Betreibergesellschaft für Juschno-Russkoje erhalten. Im Gegenzug

    übernehme Gazprom den 49-prozentigen E.ON-Anteil am

    Gemeinschaftsunternehmen Gerosgaz, das knapp drei Prozent an Gazprom hält. Damit verringerte sich der E.ON-Anteil an Gazprom von bislang knapp 6,5 Prozent auf 3,5 Prozent.

    Aus dem Feld Juschno-Russkoje in Westsibirien soll

    das Gas für die geplante Ostseepipeline von Russland nach Deutschland gepumpt werden. An dem Gasprojekt ist bereits die BASF-Tochter Wintershall beteiligt.