04:29 22 September 2017
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    Gazprom verteuert Gas für Ukraine und senkt Gaspreise für EU - „Kommersant“

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    MOSKAU, 01. November (RIA Novosti). Die Ukraine wird bereits im kommenden Jahr für 1000 Kubikmeter Gas eventuell 230 bis 250 US-Dollar zahlen müssen. Darüber schreibt die Tageszeitung „Kommersant“ in ihrer Samstagsausgabe.

    Der neue Preis würde eine Erhöhung der aktuellen Preise um 22 bis 28 Prozent bedeuten. Sie wiederum würde dem russischen Energiekonzern Gazprom erlauben, die finanziellen Verluste im Handel mit Europa auszugleichen; gestern kündigte der Konzern an, die Gaspreise für die Endverbraucher in Europa senken zu wollen.

    Nachdem die Verhandlungen über die Tilgung der ukrainischen Gasschulden in diesem Sommer zu keinem Erfolg geführt haben, sagte Gazprom-Chef Alexej Miller, der kommerzielle Gaspreis für die Ukraine belaufe sich nun auf 400 US-Dollar je 1000 Kubikmeter. Danach hatten die Seiten Entwürfe eines Regierungsabkommens und eines mittelfristigen Vertrags vorbereitet, der einen Verzicht auf Zwischenhändler RosUkrEnergo sowie direkte Kontakte zwischen Gazprom und Naftogas Ukrainy vorsah.

    Es wurde erwartet, dass die beiden Verträge beim letzten Russland-Besuch von Julia Timoschenko unterzeichnet werden, doch es kam nur zu einem Regierungsmemorandum. Die Unterzeichnung des Vertrags wurde auf November verschoben. Der Grund dafür: Noch bevor Gazprom und Naftogas Ukrainy zum direkten Handel übergegangen wären, hätte der ukrainische Partner seine Schulden gegenüber RosUkrEnergo in Höhe von zwei Milliarden US-Dollar zu tilgen.

    Eine Zeitungsquelle behauptet, im November werde der Vertrag unterzeichnet, wenn keine politischen Umstände dazwischen kommen würden. Die Erhöhung der Gaspreise für die Ukraine würde es dem russischen Energiekonzern Gazprom erlauben, die finanziellen Verluste im Handel mit Europa auszugleichen, sagt Valeri Nesterow vom Troika-Dialog.

    Gestern kündigte der stellvertretende Generaldirektor von Gazprom Export, Sergej Tschelpanow, an, die Gaspreise für die EU sollen im ersten Quartal des Jahres 2009 auf 350 bis 400 US-Dollar je 1000 Kubikmeter Gas gesenkt werden. Heute bezahlt die EU 460 bis 520 US-Dollar. Zudem sagte er, dass der russische Gaskonzern davon ausgeht, dass er dieses Jahr ca. 75 bis 77 Milliarden US-Dollar für das nach Europa gelieferte Gas bekommen würde.

    Der Gesamterlös Gazproms für das exportierte Gas (die GUS- und baltischen Staaten inklusive) würde sich auf 100 Milliarden US-Dollar belaufen. Maxim Schejin, Leiter der analytischen Abteilung der Investitionsgesellschaft BrokerKreditService, prognostiziert dem russischen Gasmonopolist dennoch erhebliche Verluste. Die Erdölpreise würden weiter fallen, die mit ihnen gekoppelten Erdgaspreise würden ebenfalls nach unten gehen, so das die Exporterlöse für das Gas viel bescheidener ausfallen würden - um bestenfalls zwei bis schlimmstenfalls 12 Milliarden US-Dollar weniger, so Schejin.