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    Kreml-Experte begrüßt längere Präsidentenamtszeit und glaubt an festen Rubel

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    Die geplante Verlängerung der Präsidentenamtszeit ist mit Bedürfnissen der russischen Wirtschaft verbunden. Das erklärte Arkadi Dworkowitsch, Assistent des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew, in einem Interview für den Sender Russia Today.

    MOSKAU, 21. November (RIA Novosti). Die geplante Verlängerung der Präsidentenamtszeit ist mit Bedürfnissen der russischen Wirtschaft verbunden. Das erklärte Arkadi Dworkowitsch, Assistent des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew, in einem Interview für den Sender Russia Today.

    Der von Präsident Medwedew unterbreitete Vorschlag, die Amtszeit des Präsidenten auf sechs und die Legislaturperiode der Staatsduma auf fünf Jahre zu verlängern, "war kein Resultat eines persönlichen Wunsches bzw. einer persönlichen Meinung", sagte Dworkowitsch. "Wahrscheinlich wird die Amtszeit des Präsidenten im Endeffekt wieder gekürzt, jetzt ist es aber rationaler, eine längere Amtszeit zu haben." Nach seiner Ansicht sollte die verlängerte Präsidentenamtszeit "die nächsten Jahrzehnte" in Kraft bleiben.

    Auf die jetzige Wirtschaftssituation in der Welt und in Russland eingehend, sagte der Wirtschaftsexperte, dass "die Zentralbank keinen Schock auf dem Devisenmarkt zulassen wird".

    "Für eine Rubelabwertung besteht kein Grund. Die Verbindlichkeiten der russischen Regierung und der Unternehmen werden von den Reserven völlig gedeckt. Dank der überaus harten Position der Zentralbank Russlands ist jeder Versuch, gegen den russischen Rubel zu spielen und diesen zu vernichten, ausgeschlossen. Der Rubel bleibt eine stabile Währung."

    Er versicherte, dass die Inflation bereits im nächsten Jahr sinken wird. "Die Inflation in der Welt und innerhalb des Landes wird als Folge der Verringerung der Verbrauchernachfrage sinken. Russland wird dieser Tendenz folgen. Zwar ist eine zweistellige Jahresinflation noch möglich, denkbar ist aber auch eine einstellige Zahl", betonte Dworkowitsch.

    Russland werde alle Haushaltsverpflichtungen einhalten. Der möglichen Zunahme der Arbeitslosigkeit will die Regierung mit neuen Infrastruktur- und Investitionsprojekten begegnen. "Das wird den Menschen helfen, schnell neue Arbeitspätze zu finden", sagte er.

    Nach seiner Ansicht ist Russlands Wirtschaft fähig, sich dem neuen Ölpreisniveau anzupassen. "Russland hat genug Reserven und kann recht flexibel auf den jetzigen Barrelpreis von 45 bis 50 US-Dollar reagieren. Für alle wäre es aber besser, wenn die Ölpreise stabil bleiben und höher liegen. Sollten heute keine Investitionen in neue Ölvorkommen garantiert werden, so würden die Ölpreise wieder steil nach oben gehen, sobald sich die Weltwirtschaft erholt und die Nachfrage weltweit steigt. Deshalb wäre es für alle von Vorteil, stabile Barrelpreise von 70 bis 80 US-Dollar zu haben."

    Wie Dworkowitsch feststellte, besteht für Russland heute kein Bedarf an einem IWF-Kredit. "Russland ist und bleibt ein IWF-Kreditgeber."

    Der US-Dollar bleibt zwar die stärkste internationale Reservewährung, in Zukunft würde aber die Entwicklung anderer Reservewährungen wie der Euro, die asiatischen Währungen, aber auch der Rubel als eine regionale Reservewährung der Weltwirtschaft helfen, sich stabil und gleichmäßig zu entwickeln. "Sollte aber der US-Dollar als die einzige Reservewährung aufrechterhalten werden, so kann diese Situation langfristig zu unnötigen Erschütterungen führen."