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    Lukoil vor Einstieg bei Repsol? - „RBC Daily“

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    MOSKAU, 21. November (RIA Novosti). Nach inoffiziellen Angaben kann der russische Ölkonzern Lukoil einen Anteil von etwa 30 Prozent am spanischen Ölproduzenten Repsol YPF SA übernehmen. Darüber schreibt die Zeitung „RBC Daily“ vom Freitag.

    Nach vorliegenden Informationen könnte Lukoil einen 20-prozentigen Anteil an Repsol von der spanischen Holding Sacyr Vallehermoso übernehmen, 9,9 Prozent könnten bei den Minderheitsaktionären gekauft werden. Ein anderer Repsol-Besitzer, das Investmentunternehmen Criteria, teilte mit, es sei bereit, seinen Repsol-Anteil von 14,29 Prozent zu verkaufen. Die spanische Regierung hofft dennoch, dennoch die Kontrolle über Repsol zu behalten.

    Eine Beteiligung an Repsol würde Berichten zufolge Lukoil über 6 Mrd. US-Dollar kosten. Sacyr Vallehermoso beabsichtigt schon seit langem, seine Repsol-Anteile zu veräußern. Als mögliche Käufer wurden Total, Royal Dutch Shell und Gazprom gehandelt. Doch vergangene Woche ließ Gazprom verlauten, nicht an solchen Investitionen interessiert zu seien, weil der russische Energiekonzern keine Sperrminorität an Repsol erlangen würde.

    Das spanische Finanzministerium reagierte skeptisch: Dieses Geschäft sei unzweckmäßig, hieß es. Sowohl Repsol als auch spanische Regierung offen insgeheim, die Kontrolle über den spanischen Ölproduzenten behalten zu können, damit er „ein privates, unabhängiges, spanisches Unternehmen bleibe“. Der spanische Premierminister Jose Luis Rodriguez Zapatero schließt den Einstieg von Lukoil bei Repsol zwar nicht aus, machte aber deutlich, er würde sich freuen, wenn der spanische Ölproduzent „zu Hause“ bleiben würde.

    Valeri Nesterow vom Troika Dialog unterstreicht, dass angesichts der Finanzkrise die Neuverteilung des Eigentums von globaler Tragweite sei. Die günstiger gewordenen Aktiva sind gleichzeitig attraktiver geworden, auch für solch einen kaufkräftigen Konzern wie Lukoil. Eine ganz andere Frage sei, ob diese Übernahme überhaupt stattfinden wird, so Nesterow. Der Marktwert ausländischer Firmen ist gefallen, doch sie bleiben immer noch relativ teuer. Lukoil müsse noch andere Geschäfte abschließen, beispielsweise in Italien, wo der Ölriese neulich eine Erdölraffinerie gekauft hat. Daher sei Lukoils Einstieg bei Repsol wenig wahrscheinlich, erwartet Nesterow.

    Natalia Miltschakowa, Analystin beim Investmentunternehmen FK Otkrytije, vertritt eine entgegen gesetzte Meinung. Dieses Geschäft sei möglich, insbesondere wenn man bedenkt, dass das Investitionsprogramm von Lukoil für das Jahr 2009 sich insgesamt auf die neun Milliarden US-Dollar belaufen könne. „Theoretisch gesehen ist Lukoil in der Lage, diesen Kauf zu tätigen, doch dann wird das Unternehmen auf seinen bis dahin positiv gebliebenen Geldstrom verzichten müssen“, sagt Miltschakowa abschließend.

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