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    Personalkürzungen bei einem Drittel der russischen Unternehmen - "Wedomosti"

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    MOSKAU, 24. November (RIA Novosti). 34 Prozent der in Russland tätigen größeren Unternehmen planen für das nächste Jahr einen Personalabbau.

    Wie die Tageszeitung "Wedomosti" am Montag unter Berufung auf Ernst & Young berichtet, haben mindestens elf Prozent der russischen Unternehmen in den zurückliegenden drei Monaten ihre Belegschaften reduziert.

    Die Angaben wurden von 113 Unternehmen vorgelegt, die als besonders stabile russische Arbeitgeber gelten, zitiert die Zeitung Ernst & Young-Managerin Jekaterina Uchowa.

    Die Belegschaft der meisten dieser Unternehmen beträgt mehr als 2 000 Beschäftigte. Diese Studie erfasst nicht die Finanz-, Developer- und Handelsgesellschaften, die von der Liquiditätskrise bisher am stärksten betroffen wurden.

    Die Zeitung veröffentlicht die Ergebnisse einer Untersuchung der Personal-Holding Ankor, die 371 Unternehmen in acht russischen Großstädten befragt hat. Laut dieser Umfrage haben 30 Prozent dieser Gesellschaften bereits mit dem Personalabbau begonnen. 22 Prozent planen Lohnkürzungen für die Arbeitnehmer.

    Kfz-Industrie

    Als Erster hat das Lkw-Werk KamAZ im Oktober einen Personalabbau angekündigt: Entlassen werden rund zehn Prozent der Beschäftigten. Das diesjährige Produktionsprogramm wurde angesichts der sinkenden Nachfrage nach Lkw um elf Prozent reduziert.

    Der Autohersteller GAZ in Nischni Nowgorod plant einen dreiprozentigen Pesonalabbau. Zugleich ist die Produktion von Kleinbussen des Typs Gasel im Oktober um 13 Prozent zurückgegangen.

    Das Unternehmen Tagas in Taganrog im südrussischen Gebiet Rostow am Asowschen Meer (ist auf die Hyundai-Lizenzproduktion spezialisiert) hat vor, vom neuen Jahr an 2 000 bis 3 000 Arbeitsplätze zu kürzen.

    Banken

    Die russische Investmentbanken-Branche zählte bisher rund 6 000 Beschäftigte. Rund 1 000 von ihnen entfallen auf westliche Investmentbanken, 2 500 auf größere russische Investitionsgesellschaften (Renaissance, Troika Dialog u. a.) und die restlichen auf mittelgroße und kleinere russische Firmen.

    Nach Angaben der Zeitung reduzierten die westlichen Banken im Zeitraum von Juli bis November um rund zehn Prozent der Beschäftigten, größere und mittlere russische Banken jeweils um 20 Prozent.

    Im russischen Goldman-Sachs-Büro, das vor zehn Jahren eröffnet worden war, wurde bereits jede 10. Stelle gestrichen. Bei Troika Dialog wurde Anfang November eine 20-prozentige Personalkürzung angekündigt. Gleichzeitig werden die über 3 000 US-Dollar liegenden Gehälter von Beschäftigten um 25 Prozent reduziert. Auch bei Renaissance Capital ist ein 20-prozentiger Personalabbau im Gange.

    Besser sieht es in den russischen Banken aus, die vom Staat unterstützt werden. Bei Sberbank, Gazprombank, Rosbank und VTB gab es keine Entlassungen. VTB-Tochter VTB-24 plant dagegen von 2009 an eine siebenprozentige Reduzierung ihrer Belegschaft.

    In der Finanzgesellschaft Uralsib ist, wie es hieß, eine "Optimierung des Personals" im Gange, bei der bis zu 15 Prozent der Stellen gestrichen werden. Vor der Krise zählte Uralsib rund 16 000 Beschäftigte.

    Monopole

    Bereits im Juli hatte Gazprom-Chef Alexej Miller eine "Optimierung der Planstellenpolitik" beschlossen, die eine mehr als zehnprozentige Reduzierung der Belegschaft im Gazprom-Hauptquartier vorsah. Indessen ist die Zahl der Beschäftigten im zentralen Gazprom-Büro zwischen dem Juli und dem September um 10,5 Prozent auf 6 222 gestiegen - ein absoluter Rekord seit acht Jahren.

    Der Eisenbahn-Monopolist RZD hat vor, den Verwaltungsapparat vom neuen Jahr an um drei Prozent zu reduzieren.

    Staatsunternehmen

    Die größeren Staatsunternehmen haben dagegen keinen Personalabbau vor. Die Unternehmen Vnesheconombank, Rostechnologii, Rosatom, Olimpstroi und Rosnano planen sogar eine Erweiterung.

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