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    Staat rettet Abramowitschs Hütten - "Wedomosti"

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    MOSKAU, 24. November (RIA Novosti). Die Evraz Group hat ihre Rettung bei der Außenwirtschaftsbank VEB gefunden, schreibt die russische Zeitung "Wedomosti" am Montag.

    Am vergangenen Freitag billigte der Aufsichtsrat der staatlichen Korporation einen Kredit von 1,8 Milliarden Dollar für diese im Bergbau und Hüttenwesen vorherrschende Gruppe.

    Der Aufsichtsrat der VEB habe die Beteiligung an der Refinanzierung einer Reihe von Geschäften der Bergbauindustrie und der Mikroelektronik für insgesamt circa zwei Milliarden Dollar gebilligt, hat die Bank am Freitag bekannt gegeben. Wer konkret die Anleihen bekommt, verrät die VEB nicht. Doch eine dem VEB-Ausichtsrat nahestehende Quelle präzisierte, dass ein Kredit für die Evraz Group bestimmt sei.

    Die Gruppe habe die Bank um 1,8 Milliarden Dollar ersucht und werde diesen Betrag auch bekommen, hat ein Manager einer Gesellschaft der Hüttenindustrie, die bei der VEB ebenfalls einen Antrag einreichte, von VEB-Mitarbeitern gehört. Über die Kreditbedingungen konnten die Gesprächspartner der "Wedomosti" nichts sagen. Vertreter der Evraz Group verweigerten jeden Kommentar.

    Die Aktien der Evraz Group gehören zu 72,9 Prozent der Lanebrook Ltd. (Roman Abramowitsch und seine Partner, Alexander Abramow, Alexander Frolow). Die Marktkapitalisierung liegt bei 1,65 Milliarden Dollar. Der Gewinn für die ersten neun Monate von 2008 wird auf 17,1 Milliarden Dollar (Angaben der Gesellschaft) beziffert.

    Die Gesamtschuld der Evraz Group belief sich Ende September auf ca. 10,24 Milliarden Dollar, wobei 800 Millionen davon einen Teil der Anleihe darstellen, die für den Kauf der kanadischen Ipsco-Aktiva aufgenommen wurde, schreibt Dmitri Smolin, Analyst von Uralsib. Seinen Informationen zufolge wurden diese Aktiva der Bank als Pfand gegeben. Würde Evraz den Kredit nicht tilgen, könne die Gruppe die Aktiva verlieren.

    "Einfach super, diese Neuigkeit!", sagt Smolin. "Das bedeutet, dass der Staat bereit ist, zur Krisenzeit den Unternehmen im Hüttenwesen und Bergbau zu Hilfe zu kommen." VEB-Analyst Alexander Puchajew stimmt dem zu: Für alle reiche das Geld nicht, deshalb sei es tatsächlich wichtig.

    Der Staat hat der VEB zwecks Refinanzierung der Schulden von Unternehmen und Banken 50 Milliarden Dollar überlassen. Durch den Beschluss vom Freitag sind 10 Milliarden davon bereits ausgegeben. Im Oktober billigte VEB Kredite von 7,5 Milliarden Dollar. Davon erhielt die UC Rusal 4,5 Milliarden und die Alfa Group zwei Milliarden Dollar. Ende Oktober sagte VEB-Chef Wladimir Dmitrijew, bei der Bank seien Anträge für mehr als 100 Milliarden Dollar eingegangen.

    Zu den anderen am Hüttenwesen beteiligten Unternehmen, die mit der VEB verhandeln, gehören Severstal, Mechel und TMK (Metallrohre). Die VEB habe, wie Quellen in den genannten Unternehmen behaupten, nichts gegen die Finanzierung. Am Freitag seien ihre Anträge nicht behandelt worden, versichern die Mitarbeiter der Zeitung.

    Aber die Untertnehmen brauchen das Geld nicht unbedingt sofort. Severstal ersucht die VEB um 325 Millionen US-Dollar zur Tilgung von Eurobonds. Der Stichtag sei im Februar, stellt Puchajew fest. Die Gesamtschuld von TMK belaufe sich auf drei Milliarden Dollar, etwa eine Milliarde Dollar habe die Gesellschaft für den Kauf amerikanischer Betriebe der Ipsco aufgenommen. 300 bis 400 Millionen Dollar von ihrem Schuldenbetrag hat sie bereits refinanziert. Der Rest von 600 Millionen ist im Frühjahr zurückzuzahlen. Die Gesamtschuld von Mechel beträgt ca. 4,8 Milliarden Dollar, davon rund zwei Milliarden Dollar kurzfristig. Die Rückerstattung der weiteren Schulden in Höhe von 1,5 Milliarden Dollar ist im April bis Mai 2009 fällig.

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