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    Immer größere Spannungen auf dem Arbeitsmarkt - "RBC Daily"

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    MOSKAU, 24. November (RIA Novosti). Laut Angaben des russischen Statistikamtes Rosstat ist in Russland die Arbeitslosenzahl im Oktober um 1,7 Prozent auf 4 624 000 gestiegen, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Montag.

    Hierbei ist die Zahl der offiziell gemeldeten Beschäftigungslosen zurzeit rückläufig. Das Ministerium für Gesundheitswesen und Sozialentwicklung, der Russische Industriellen- und Unternehmerverband (RSPP) und die Gewerkschaften haben vereinbart, sich jede Woche zu treffen, um Informationen auszutauschen und hilfsbedürftige Produktionsunternehmen festzustellen.

    Noch vor etwa zwei Wochen ergab sich aus der offiziellen Schätzung, dass die Krise auf den Arbeitsmarkt nicht übergreife. Anfang November versicherte Maxim Topilin, stellvertretender Minister für Gesundheitswesen und Sozialentwicklung, die erwarteten Entlassungen würden nicht über das statistische Mittel hinausgehen. Die Verkürzung der Arbeitswoche bei den Autowerken von KamAS und GAS sowie im Hüttenkombinat von Magnitogorsk (MMK) seien, sagte er, planmäßig gewesen.

    Doch nach Angaben der Föderation der unabhängigen Gewerkschaften flaut die Geschäftstätigkeit in verschiedenen Wirtschaftszweigen (Hüttenwesen, Bauindustrie, Maschinen-, Automobilbau) ab, es kommt zu Verzögerungen bei den Verrechnungen für erfüllte Aufträge und Arbeiten, darunter für staatliche Aufträge (Leichtindustrie und Radioelektronik). Als Folge werde in den Betrieben eine verkürzte Arbeitswoche eingeführt oder das Personal abgebaut.

    Laut Rosstat-Angaben sinkt die Zahl der offiziell registrierten Beschäftigungslosen in Russland nach wie vor: von 1 552 000 zu Jahresbeginn auf 1 245 000 im Oktober.

    Innerhalb von nur zwei Wochen ist die Zahl der Betriebe, die dem Ministerium für Gesundheitswesen und Sozialentwicklung bevorstehende Massenentlassungen gemeldet haben, auf beinahe 4000, das heißt ungefähr das Vierfache, gestiegen.

    Darüber berichtete Fjodor Prokopow, Vizepräsident des RSPP, nach den Anhörungen in der Russischen dreiseitigen Kommission zur Regelung der Sozial- und Arbeitsbeziehungen. "Das Risiko der Stilllegung von Unternehmen mit Übergang zu einer verkürzten Arbeitswoche oder einer Stilllegung für einen Monat gewinnen Realität", so sein Kommentar.

    Die Personalagentur Ankor schätzt den Anteil der russischen Unternehmen, in denen Entlassungen vollzogen oder in Vorbereitung sind, auf 30 Prozent. Dabei geht es hauptsächlich um den Produktionssektor: Produktion und Absatz von Waren, Logistik usw. Bei einigen Betrieben kommt zum direkten Personalabbau noch unbezahlter Urlaub hinzu.

    "Der Staat hat den Banken Geld für die Kreditierung gegeben, doch entweder erreichen die Beträge die Betriebe nicht, und wenn, dann zu Wucherzinsen von mehr als 30 Prozent", sagte Michail Schmakow, Leiter der Föderation der unabhängigen Gewerkschaften. "Wir haben keine Betriebe im Produktionssektor, die mit solchen Krediten arbeiten könnten."

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