05:53 26 September 2017
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    Schweden fordert mehr Informationen zur Ostsee-Pipeline

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    MOSKAU, 01. Dezember (RIA Novosti). Schweden will sich besser über das umstrittene Projekt der russisch-europäischen Ostsee-Pipeline informieren, bevor sie eine Entscheidung über deren Bau in seinen Wirtschaftsgewässern trifft.

    Wie Projektbetreiber Nord Stream AG am Montag mitteilte, fragte einige schwedische Behörden nach zusätzlichen Informationen über das Projekt nach. Der Mitteilung zufolge stimmten der schwedische Küstenschutz und zwei weitere Behörden dem Projekt bereits zu. Andere Behörden hätten mehr Informationen angefordert.

    Die Ostsee-Pipeline soll von der russischen Portowaja-Bucht nahe Wyborg bis nach Greifswald an der deutschen Ostseeküste gebaut werden. Die neue Rohrleitung, die durch die Wirtschaftsgewässer von Finnland, Schweden und Dänemark führen soll, wird Direktlieferungen von russischem Erdgas nach Westeuropa ermöglichen.

    Projektbetreiber Nord Stream gehört dem russischen Konzern Gazprom (51 Prozent) sowie den deutschen Unternehmen BASF und E.ON (jeweils 20 Prozent) und dem niederländischen Gasversorger Gasunie (neun Prozent).

    Das Projekt stieß in Polen und den baltischen Ländern auf scharfe Kritik. Außerdem warnten Schweden und Finnland vor Umweltrisiken beim Bau der Rohrleitung und forderten umfassende Untersuchungen, um jede Umweltverschmutzung zu vermeiden.

    Daraufhin führte die Nord Stream AG eine umfassende Umweltstudie im Wert von 100 Millionen Euro durch.

    Der Finanzdirektor der Nord Stream AG, Paul Corcoran, versicherte vor rund zwei Wochen, dass die Pipeline trotz des Widerstands der baltischen Staaten termingerecht gebaut würde. Er erwarte, dass die Konsultationen mit allen betroffenen Staaten bis Ende 2009 abgeschlossen würden, damit im April 2010 die Bauarbeiten beginnen könnten.

    Der erste, 1200 Kilometer lange Strang mit einer Jahreskapazität von 27,5 Milliarden Kubikmetern soll nun im vierten Quartal 2011 in Betrieb gehen. Nach der Fertigstellung des zweiten Strangs soll die Durchlasskapazität ab 2012 auf 55 Milliarden Kubikmeter im Jahr steigen.

    Experten führen die ablehnende Haltung Polens und der baltischen Staaten darauf zurück, dass die Ostsee-Pipeline mit den bestehenden Rohrleitungen konkurriert, für die diese Staaten Transitgebühren kassieren.

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