20:12 23 September 2017
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    Schwache Gewerkschaften in der Krise können Unruhen hervorrufen - "Wedomosti"

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    MOSKAU, 01. Dezember (RIA Novosti). Die Krise ist die höchste Zeit für die Gewerkschaften, in den Vordergrund zu treten.

    Doch zum Glück für viele Unternehmer stellen die Verbände der Beschäftigten in Russland meist einen Überrest der sowjetischen Epoche dar und sind keine Gewerkschaften im wirklichen Sinne dieses Wortes.

    Zahnlose Gewerkschaftsorganisationen ersparen den Unternehmen zusätzliche Kopfschmerzen, während die übermäßig bissigen Gewerkschaften (wie etwa die United Auto Workers in den USA) imstande sind, einen ganzen Zweig zum Bankrott zu verurteilen.

    Doch auch ohne Gewerkschaften geht es schlecht: In außerordentlichen Situationen und beim Fehlen von Spielregeln können die Menschen einfach dazu übergehen, gegen die "Ausbeuter" anzurennen.

    Laut Angaben von WZIOM (Russisches Institut für Meinungsforschung) meinen 64 Prozent der Befragten, die vom Bestehen einer Gewerkschaft in ihrer Einrichtung oder ihrem Betrieb sprechen, dass sie auf die Lage der Beschäftigten keinen Einfluss hätten.

    Den gegenteiligen Standpunkt vertreten 11 Prozent. Das Verhältnis hat sich seit 2005 (70 zu 16 Prozent) wenig verändert. Vergleichsweise: In Frankreich verweisen 66 Prozent der Befragten auf die Stärke und den Einfluss der Gewerkschaften auf die Lage der Lohnarbeitskräfte, während nur 12 Prozent die Gewerkschaften schwach nennen.

    Die Mitgliederzahl der Föderation der Unabhängigen Gewerkschaften Russlands (FNPR, Nachfolgerin des sowjetischen Zentralrats der Werktätigen WZSPS) ist immer noch hoch (28 Millionen), geht jedoch zurück. Aktive unabhängige Gewerkschaftsverbände (insgesamt etwa 1,5 Millionen Mitglieder) wachsen, werden jedoch noch lange Zeit am allgemeinen Bild nicht viel ändern können. Außerdem ist es oft vorgekommen, dass die Leiter sowohl von Privatunternehmen als auch von staatlichen Korporationen Gewerkschaftsaktivisten, die die Rechte der Beschäftigten konsequent verteidigten, verfolgen und entlassen.

    In der Zeit der allgemeinen Erhöhung der Löhne und Gehälter fiel die Schwäche der einheimischen Gewerkschaftsbewegung nicht weiter auf. Die Wirtschaftskrise droht mit Entlassungen, Lohnkürzungen und dem Übergang zu Kurzarbeit. Doch beschränkte sich die Führung von FNPR auf einer vor kurzem durchgeführten Generalratssitzung auf allgemeine Worte von dringenden Hilfsmaßnahmen für den Produktionssektor der Wirtschaft, von der Gewährleistung der Rechte der Beschäftigten und der Reduzierung der Immigrantenquoten.

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