23:08 22 Oktober 2017
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    Machtkampf in Zentralasien: Gazprom zu Opfern bereit - „RBC Daily“

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    MOSKAU, 26. Januar (RIA Novosti). Russland und Usbekistan haben den Übergang zu einer Preisbildungsformel bestätigt, sobald der russische Konzern Gazprom Gas aus dem zentralasiatischen Land kauft, wie die Zeitung "RBC Daily" am Montag schreibt.

    Taschkent zeigt sich bereit, dem russischen Gasriesen bis zu 31 Milliarden Kubikmeter zu verkaufen. Dennoch ist vorläufig jedoch nur die Rede von 16 Milliarden Kubikmetern. Außerdem haben die Partner den Bau einer neuen Gasleitung vereinbart, die parallel zum Pipelinesystem „Zentralasien-Zentrum“ verlaufen wird.

    Laut Experten wird Gazprom zentralasiatisches Gas zumindest im ersten Quartal ohne Vorteil weiterverkaufen, aber der Verlust eines Teils der Einnahmen sei ein nachzuvollziehendes Opfer, wenn es gelte, die eigene Position in der Region zu festigen.

    Usbekistan, Kasachstan und Turkmenien gaben bereits Anfang des vergangenen Jahres ihren Wunsch bekundet, den Rohstoff an Gazprom nicht nach Vertragspreisen, wie sie in langfristigen Abkommen vorgesehen seien, sondern nach der "europäischen" Preisformel zu verkaufen. Das rief Besorgnis hervor, insbesondere in der Ukraine, weil der russische Monopolist seit 2006 einen Großteil von zentralasiatischem Gas gerade an sie weiterverkaufte.

    Wie früher mitgeteilt wurde, werde turkmenisches Gas im Januar zirka 340 Dollar je 1000 Kubikmeter kosten. In Usbekistan kaufte Gazprom im vorigen Jahr 13 Milliarden Kubikmeter Gas für durchschnittlich 140 Dollar je 1000 Kubikmeter. Im laufenden Jahr hat Taschkent angeboten, die Lieferungen auf 31 Milliarden Kubikmeter zu erhöhen, doch machte die russische Gasholding wie gesagt bei 16 Milliarden Kubikmeter Halt. Eine Quelle bei Gazprom erläuterte dazu: Wegen des Gaskonflikts mit der Ukraine habe man die Gasgewinnung um 200 Millionen Kubikmeter runterfahren müssen, die unterirdischen Gasspeicher des Konzerns seien prall gefüllt, so dass es für zusätzliches Gas aus Usbekistan keinen Platz gebe.

    Die Festigung der Position in Zentralasien sei, so Alexander Schtok von der Unternehmensberatung 2K Audit - Delowyje Konsultazii, für Russland derzeit eine wichtige Aufgabe: Der Verlust eines Teils der Gewinne sei ein annehmbarer Preis für die Erreichung dieses Ziels. Da die Ukraine jetzt Gas bei Gazprom mit einem Rabatt kaufen werde, müsse zentralasiatisches Gas in die europäischen Länder fließen. Die Ukraine werde offenbar russisches Gas bekommen, dessen Selbstkosten unter denen des zentralasiatischen lägen.