23:07 22 Oktober 2017
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    Nach Gasstreit: Profiteure sollen in die Röhre gucken - Russlands Presse

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    MOSKAU, 26. Januar (RIA Novosti). Nach dem gespannten Warten auf den Beginn der russischen Gaslieferungen zieht man in Europa nun ein Fazit aus dem Gasstreit, wie russische Zeitungen am Montag schreiben.

    Neben Schadensersatzforderungen der europäischen Verbraucher sind auch Erklärungen zu hören, dass die Partnerschaft mit Gazprom gefestigt und alternative Projekte zu den russischen Gaslieferungen angegangen werden müssten, weil der Transit nach Europa hauptsächlich von der Ukraine kontrolliert wird.

    Wie Dusan Bajatovic, Generaldirektor von Srbijagas, sagt, ist Serbien bereit, Gazprom in den eigenen unterirdischen Gaspeichern zusätzliche Lagerkapazitäten (fünf bis sieben Milliarden Kubikmeter im Jahr) zur Verfügung zu stellen.

    Nachdem Gazprom mit Naftogas einen direkten Vertrag geschlossen hatte, schlug der bulgarische Wirtschafts- und Energieminister Petar Dimitrov dem russischen Konzern vor, ebenfalls neue Langzeitverträge mit Bulgargas unter Ausschaltung der Zwischenhändler abzuschließen.

    Die Regierung der Slowakei forderte Gazprom auf, ein Gemeinschaftsunternehmen zu gründen, das auf dem Inlandsmarkt für die Gasversorgung zuständig wäre. Wie der slowakische Premier Robert Fico erläuterte, besteht die Hauptaufgabe der neuen Gesellschaft darin, dem Monopolisten Slovensky Plynarensky Priemysel (unter Staatskontrolle, 49 Prozent hält Slovak Gas Holding B.V., ein Konsortium von E.ON Ruhrgas und Gaz de France) Konkurrenz zu machen.

    Die Slowakei hängt hundertprozentig von den russischen Gaslieferungen ab, für sie war die Zeit des Gasstreits mit der Ukraine besonders qualvoll. Durch die Transitpipelines der Slowakei werden rund 80 Prozent der gesamten Menge von russischem Gas durchgepumpt, das an Westeuropa geliefert wird.

    Vitali Krjukow von der Investmentgesellschaft Kapital sagt, die Slowakei könnte Gazprom im Tausch gegen einen Gaspreisnachlass einen Anteil an den inländischen Pipelines übergeben. Nach diesem Schema arbeite Gazprom bereits in Weißrussland und Polen. "Die Slowakei könnte ihrerseits eine Gaspreisformel mit einem degressiven Faktor bekommen", sagt der Analyst.

    Doch kann Gazprom seiner Ansicht nach die Zuverlässigkeit der Lieferungen an die Slowakei wohl kaum erhöhen, selbst wenn er einen Teil der Gasleitungen besitzt: Der Transit hängt in jedem Fall von der Ukraine ab.

    Quellen: "Gaseta", "Kommersant", "Wedomosti" vom 26.01.09.