20:53 17 Oktober 2017
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    Trotz Gaskrise: E.ON Ruhrgas-Chef hält Russland für unverzichtbaren Handelspartner

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    BERLIN, 26. Januar (RIA Novosti). Trotz der jüngsten Gaskrise hält E.ON Ruhrgas-Chef Bernhard Reutersberg Russland weiterhin für den wichtigsten Gaslieferanten Europas.

    Eine langfristige Gasversorgung Europas wäre ohne Russland unmöglich, stellte Reutersberg in einer Analyse der E.ON Ruhrgas AG fest, die RIA Novosti vorliegt. "Dort liegen die weltweit größten Erdgasreserven. Russland ist ein unverzichtbarer Handelspartner für uns und wir für Russland."

    Dass es nur zwei Lieferwege zwischen Russland und dem Westen gebe, sei aber riskant. Deshalb seien Investitionen in die Infrastruktur unverzichtbar, um die europäische Gasversorgung langfristig sicherzustellen. Es handle sich um Investitionen ins deutsche Leitungsnetz, aber auch in internationale Projekte wie Nord Stream.

    "Zudem müssen wir die innenpolitische Situation in der Ukraine im Auge behalten. Das Land ist stark von der Finanzkrise betroffen und wirtschaftlich geschwächt", so Reutersberg weiter. Die europäischen Gasunternehmen müssten "mit ihrer Expertise Hilfestellung leisten, um insbesondere die Transitlieferungen auf ein stabiles Fundament zu stellen."

    Reutersberg zufolge haben sich große Unternehmen während der Gaskrise bewährt. "Wir brauchen in Europa starke Gasversorger europäischen Zuschnitts. Nur starke Unternehmen können mit einem Vertragspartner wie Gazprom angemessen verhandeln und einen derartigen Lieferausfall beherrschen."

    Die sichere Versorgung mit Erdgas aus diversifizierten Quellen und die Umsetzung der Infrastrukturprojekte sei eine "unternehmerische Gesamtaufgabe". Um tragische Lieferausfälle zu vermeiden, soll die Europäische Union einheitlich auftreten und "Mindeststandards" für Versorgungssicherheit in den einzelnen Mitgliedstaaten entwickeln, die Aspekte wie Lieferinfrastruktur und Investitionen in die Pipelinenetze und in die Speicheranlagen umfassen müssten, hieß es.

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