02:45 23 Oktober 2017
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    Putin plädiert für globale Einheitsregeln in Wirtschaft und Finanzen - EU als Beispiel

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    MOSKAU, 27. Januar (RIA Novosti). Russland setzt sich für einheitliche Rahmenstandards in der Weltwirtschaft und eine begründete Vereinheitlichung der globalen Finanzmärkte ein.

    Wie der russische Premier Wladimir Putin in einem Bloomberg-Interview betonte, wäre das ein Weg zur Verhinderung einer neuen globalen Wirtschafts- und Finanzkrise in der Zukunft.

    Beim diesjährigen Weltwirtschaftsforum in Davos will die russische Delegation ihre Treue zu dieser Position bekräftigen und die Notwendigkeit des Zusammenschlusses der Bemühungen der internationalen Völkergemeinschaft bei der Überwindung der gegenwärtigen Schwierigkeiten erörtern.

    Wie Putin weiter ausführte, gibt es solche Regeln bereits im Rahmen der Europäischen Union. Trotz des unterschiedlichen Entwicklungsstands einzelner Länder sei das auch im Weltmaßstab möglich.

    Solche Regeln würden eine stabilisierende Rolle spielen, sagte Putin. "Unter den jetzigen Bedingungen der Globalisierung ist die gegenseitige Abhängigkeit dermaßen groß, dass alle Länder daran interessiert wären und dazu gewissermaßen auch berechtigt sind."

    Ein Beispiel dafür sieht Putin in dem in der EU geltenden Standard für das maximale Haushaltsdefizit der einzelnen Länder. Dies könnte auch als Weltpraxis in Aussicht genommen werden. "Die Russische Föderation hat beispielsweise rund 50 Prozent ihrer Gold- und Devisenreserven in der Weltwirtschaft. Uns ist es deshalb nicht egal, wie das Haushaltsdefizit der Vereinigten Staaten 2009 aussehen wird."

    "Wir könnten auch von einer gewissen Vereinheitlichung der Finanzmärkte sprechen", fügte er hinzu. "Wie wir wissen, gibt es leider bis jetzt keine globalen Einheitsregeln: Die einen Regeln für New York, die anderen für London, die dritten für Hongkong und die vierten für Frankfurt."

    So habe die Konferenz um IPO zwischen einzelnen Finanzzentren zu einem gewissen "Verlust der Disziplin geführt". "Die in einem der regionalen Zentren emittierten Wertpapiere wandern dabei weltweit. Es ist jedenfalls längst an der Zeit, das zur Diskussion zu bringen."

    Wie Putin betonte, hat die jetzige globale Finanz- und Wirtschaftskrise einen komplexen Charakter. Die Geschichte der internationalen Wirtschaftsbeziehungen kenne keine Beispiele dafür, deshalb müsse dieses Problem bei globalen Treffen behandelt werden, um gemeinsam praktische Entscheidungen zu treffen. Das Weltwirtschaftsforum in Davos biete gerade Möglichkeiten dafür.