10:42 21 Oktober 2017
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    Russische Unternehmen auf Shoppingtour in GUS-Staaten - Russlands Presse

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    MOSKAU, 27. Januar (RIA Novosti). Die russische Regierung will die aufgrund der Wirtschaftskrise entstandene schwierige Situation in den GUS-Staaten nutzen, um dort einheimische Unternehmer besser zu positionieren, wie russische Zeitungen am Dienstag berichten.

    Die russische Ministerin für Wirtschaftsentwicklung, Elwira Nabiullina, will eine Sonderbehörde gründen, die die Unternehmen und die Regierung beim Aufkauf der günstiger gewordenen Aktiva in den postsowjetischen Staaten helfen soll.

    Nach Ansicht von unabhängigen Experten hat Russland derzeit kein Geld für eine groß angelegte Expansion. Zudem würden diese Pläne Moskaus im "nächstgelegenen Ausland" kaum auf Begeisterung stoßen.

    Der Rat für die Koordination der russischen Investitionen in der Gemeinschaft Unabhängiger Staaten werde beim Ministerium für Wirtschaftsentwicklung im Februar eingerichtet, wie ein Mitarbeiter des Ministeriums mitteilte. Dessen Experten würden den Geschäftsleuten anhand von Angaben der Handelsvertretungen Empfehlungen geben, sagte er. Man werde das Unternehmertum "nicht mit Geld, sondern mit Beratungen und organisatorisch-politischen Maßnahmen" unterstützen.

    Experten sind der Ansicht, dass der Aufkauf von „problematischen“ Aktiva während der Krise ein großes Risiko sei. "Dort, wo es billiger ist, gibt es meist auch mehr Probleme", sagt Igor Nikolajew, Chefanalyst der Finanz- und Managementfirma FFK. "Erfolgreiche Unternehmen dagegen werden nicht gefragt sein, weil sie eben teurer sind. Außerdem wird es sich um politisch motivierte Beschlüsse handeln."

    Die Unternehmenswelt habe kein Geld zum Aufkauf von problembeladenen Aktiva in der GUS, ist Nikolajew überzeugt. Folglich könnten nur staatliche Kredite in Frage kommen. Doch sei es derzeit ein unerlaubter Luxus, halbwegs viel Geld in ausländische Aktiva zu stecken, wenn das Defizit des Staatshaushalts in diesem Jahr laut Prognosen etwa zehn Prozent ausmachen könne und den Reservefonds anzapfen müsse.

    Alexander Ossin, Chefökonom von UK Finam Management, ist der Meinung, dass die Ukraine und Kasachstan für das russische Unternehmertum von Interesse seien. Auch schließt er Expansionsversuche in einigen osteuropäischen Ländern nicht aus, die eine schwache makroökonomische Basis haben und deren Prosperität in der Vorkrisenzeit dem Inlandsverbrauch und den EU-Krediten zu verdanken gewesen sei.

    Die russische Geschäftswelt habe die Chance, mit Hilfe staatlicher Gelder Nischen vor allem im Bankensektor zu besetzen, so Ossin.

    Quellen: "Nesawissimaja Gaseta", "Wedomosti" vom 27.01.09.

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