13:06 19 Oktober 2017
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    Trotz Gas-Einigung: Polen bekommt weniger Gas - "Kommersant"

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    MOSKAU, 28. Januar (RIA Novosti). Polen, dessen Präsident Lech Kaczynski im Gaskonflikt der Ukraine beistand, erhält ein Viertel weniger Gas als zuvor, berichtet die russische Tageszeitung "Kommersant" am Mittwoch.

    Beim russischen Energieriesen Gazprom wird behauptet, von Rache sei keine Rede, allerdings erreicht das von Rosukrenergo in der Ukraine gespeicherte Gas einfach nicht Polen. Dabei bekommen Ungarn und Rumänien, die mit dem mittlerweile ausgebootenen Zwischenhändler ebenfalls Verträge über Gaslieferungen über die Ukraine haben, Gas in vollem Umfang.

    Die Voraussetzung für die Wiederherstellung der Lieferungen an Polen sollen Zugeständnisse an Gazprom sein, die den Transitpreis betreffen.

    Gestern wurde beim russischen Gasriesen mitgeteilt, man komme all seinen Verpflichtungen nach. Das Regierungsabkommen von 1993 sah vor, dass Russland jährlich elf Milliarden Kubikmeter Gas liefere, doch Polen lehnte einen Teil der vertraglich festgelegten Menge ab. Deshalb wurde mehrere Jahre später eine Ergänzung unterzeichnet, die die Lieferungen auf sieben Milliarden Kubikmeter beschränkte. Zusätzlich zum Abkommen lieferte Rosukrenergo Polen ab 2006 jährlich 2,5 Milliarden Kubikmeter Gas.

    "Damit wir den Vertrag mit Rosukrenergo allmählich auflösen, ist ein Antrag seitens Polens erforderlich. Bisher liegt ein solcher nicht vor", wurde bei der Tochter des Gasmonopolisten, Gazprom Export, präzisiert.

    Eine Quelle in der Gazprom-Gruppe erläuterte: Russland erwarte von Polen, das im Gaskonflikt offiziell die Ukraine unterstützte, zusätzliche Zugeständnisse, beispielsweise bei Transittarifen.

    Der Vertrag zwischen Gazprom und dem polnischen Gas-Konzern PGNiG sieht vor, dass Europolgaz als Betreiber des Baus und Betriebs der Jamal-Europa Pipeline in Polen ohne Profit arbeiten muss. Gazprom und PGNiG haben einen Anteil an der Gesellschaft zu jeweils 48 Prozent.

    Inzwischen bekam Rosukrenergo (gehört zu 50 Prozent Gazprom) Schützenhilfe bei dem Streit. Valeri Choroschkowski, Leiter der ukrainischen Zollbehörde, teilte gestern mit, er betrachte die elf Milliarden Kubikmeter Gas in den Speichern nicht als Eigentum von Naftogas. "Dieses Gas gehört Rosukrenergo", sagte der Zollbeamte. "Der Vertrag über das Zugeständnis, dem zufolge Gazprom diese Gasmenge an Rosukrenergo abtritt, wurde nicht ordnungsgemäß unterzeichnet: Statt zweier Unterschriften gibt es nur eine." Das Gas werde nicht deklariert, solange die zweite Unterschrift - die des Vertreters Dmitri Firtasch (45 Prozent von Rosukrenergo) - fehle. Sonst werde Naftogas des Schmuggels bezichtigt.

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