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    Finanzkrise: Deutsche Unternehmer setzen weniger auf Stellenabbau

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    BERLIN, 28. Januar (RIA Novosti). Die Chefs der führenden Unternehmen der Welt sind pessimistischer geworden und stellen noch düsterere Prognosen für das Ende der Wirtschaftskrise und einen Aufschwung, als es im vergangenen Jahr der Fall war.

    Das ergab eine Umfrage der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) im Vorfeld des Wirtschaftsforum in Davos, das heute eröffnet wurde. Im vierten Quartal 2008 wurden 1124 Vorstandsvorsitzende aus 50 Ländern befragt.

    Wie es in der Einführung zu dem "Annual Global GEO Survey" heißt, befindet sich "die Zuversicht in die künftigen Geschäftsaktivitäten auf dem niedrigsten Stand seit 2003.

    Nur 21 Prozent der Befragten bezeichneten sich als "recht zuversichtlich" bezüglich des Wirtschaftswachstums in den nächsten zwölf Monaten. Vergangenes Jahr waren es noch 50 Prozent.

    Mehr als 25 Prozent der Wirtschaftskapitäne räumten ein, die Aussichten für die Wirtschaft in diesem Jahr pessimistisch zu betrachten. Genauso skeptisch waren sie in Bezug auf das langfristige Wirtschaftswachstum. "Sie rechnen mit einer sehr langsamen Gesundung der Weltwirtschaft."

    Nur 34 Prozent der Unternehmerspitze rechnet mit einem Wirtschaftswachstum in den folgenden drei Jahren. Voriges Jahr waren es noch 42 Prozent.

    Nach PwC-Angaben hat der Pessimismus alle Länder und alle Branchen erfasst. Nur 15 Prozent der Nordamerikaner und genau so viele Westeuropäer rechnen mit einem Wirtschaftswachstum in den kommenden zwölf Monaten.

    Eine leicht bessere "durchschnittliche Stimmung" zeigen die Firmenführungen in Mittel- und Osteuropa (hier hoffen 21 Prozent auf eine Besserung), in Asien (31 Prozent) und in Lateinamerika (21 Prozent).

    In Russland reduzierte sich die Zahl der "recht zuversichtlichen" Unternehmenschefs von 73 Prozent im vorigen Jahr auf 30 Prozent in diesem Jahr.

    In Schwellenländern wie China ist die Zahl der Zuversichtlichen entsprechend von 73 auf 29 Prozent gesunken, in Mexiko liegt das Verhältnis bei 77 zu 13 Prozent.

    Noch deutlicher sind die Erwartungen im Vergleich zum Vorjahr in den führenden Industrieländern gesunken. Nur 13 Prozent der Firmenchefs in den USA rechnen 2009 mit einer Steigerung der Umsätze ihrer Unternehmen.

    In Großbritannien sank die Zahl der "Zuversichtlichen" von 43 Prozent (2008) auf 12 Prozent (2009), in Frankreich reduzierte sich deren Zahl noch dramatischer - von 26 auf fünf Prozent.

    Die Deutschen dagegen zeigten sich optimistischer. In Deutschland rechnen 17 Prozent mit einer Steigerung der Umsätze (2008: 57 Prozent). Dafür aber zeigen sich die Deutschen weniger optimistisch (nur neun Prozent) bezüglich des Wachstums ihrer Branchen in den folgenden drei Jahren.

    Auch in Bezug auf den Abbau der Arbeitsstellen in ihren Unternehmen sind die deutschen Topmanager reservierter. Nur 17 Prozent wollen Personal abbauen, während der Weltdurchschnitt bei 26 Prozent liegt. Mehr noch, 36 Prozent der deutschen Wirtschaftskapitäne halten zusätzliches Personal für möglich.

    Am meisten sind die Firmenchefs um die Folgen der Krise (85 Prozent), neue Risikofaktoren in Form von Turbulenzen auf den Kapitalmärkten (72 Prozent), übermäßige staatliche Regulierung (55 Prozent), Energiepreise (50 Prozent) und das Finden von Fachkräften für ihre Unternehmen (46 Prozent) besorgt.

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