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    Lukoil auf der Jagd nach verborgenen Diamanten - Russlands Presse

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    MOSKAU, 29. Januar (RIA Novosti). Der russische Erdölriese Lukoil, der seine Investitionen für dieses Jahr eventuell um die Hälfte kürzen will, hat dennoch Gelder für ein neues Vorhaben gefunden, wie russische Zeitungen am Donnerstag berichten.

    Es handelt sich um die Erkundung eines Diamantenvorkommens im Gebiet Archangelsk (Nordwestrussland). Vorvergangene Woche hatte Branchenprimus De Beers nach 15 Jahre langen Gerichtsverhandlungen dieses Projekt aufgegeben.

    Obwohl es sich um branchenfremde Aktiva für den Ölkonzern handelt, könne Lukoil sie nach der Erkundung des Vorkommens teurer verkaufen, betonen Experten.

    Gestern teilte die Ölgesellschaft mit, dass ihre Tochter Archangeslkoje geologodobytschnoje Predprijatije mit der französischen Bohrfirma FORACO einen Vertrag für 10,5 Millionen Euro über elf Bohrlöcher auf dem Werchotina-Vorkommen (Gebiet Archangelsk) geschlossen.

    Falls sich das Vorkommen als kommerziell attraktiv erweise, solle entschieden werden, wie es zu erschließen und ob es zu verkaufen sei, heißt es bei Lukoil.

    "FORACO hat in gewissem Sinne die Situation ausgenutzt, und angesichts der allmählichen Ausschöpfung der weltweiten Diamantenvorräte kommt der französischen Firma der Zugang zu einem neuen Vorkommen sehr zupass", so Pjotr Kljujew von der Consultingfirma 2K Audit - Delowyje Konsultazii.

    De Beers schätze die förderbaren Diamantenvorräte des Vorkommens auf 67 Millionen Karat in einem Gesamtwert von mehr als 5 Milliarden Dollar.

    "Offenbar findet Lukoil, dass es für sie vorteilhafter ist, ins Projekt zu investieren, als es jetzt zu einem niedrigen Preis zu verkaufen oder ganz auf Eis zu legen", meint Michail Sanosin von der Finanzgesellschaft Uralsib. Zwar seien Diamanten nicht brachenspezifische Aktiva für Lukoil, zudem könne sie in diesem Jahr die Investitionen selbst in ihr Hauptgeschäft - geologische Erkundung und Verarbeitung von Erdöl wesentlich senken, aber die Ausgaben "wirken bescheiden", fügt der Experte hinzu.

    Nach einer zusätzlichen Erkundung des Vorkommens werde die Ölgesellschaft die Bedingungen des Verkaufs der Aktiva "von der eigenen Position aus" diktieren können, sagt Maxim Chudalow von IFK Metropol. Früher sei angenommen worden, dass De Beers und Lukoil die Erkundung selbstständig durchführen würden. Nach Meinung des Analysten kann dabei der russische Diamantenförderer Alrosa als Co-Investor in Frage kommen.

    Quellen: "Kommersant", "Gaseta" vom 29.01.09.

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