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    Krise erfasst russischen Arbeitsmarkt mit voller Wucht - „Gazeta.ru“

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    MOSKAU, 30. Januar (RIA Novosti). Das Ministerium für Gesundheitswesen und soziale Entwicklung geht davon aus, dass die Zahl der Arbeitlosen in Russland dieses Jahr auf sieben Millionen steigen wird. Mit diesem Thema befasst sich die Internetzeitung „Gazeta.ru“ am Freitag.

    Die Zahl der registrierten Arbeitslosen kann sich auf mehr als 2,2 Millionen Menschen belaufen. Doch dies sei noch sehr optimistische Einschätzung, warnen Experten. Sollte sich die Krise ausweiten, so dürften insgesamt etwa zwölf Millionen Menschen ihren Job verlieren. Diejenigen, denen das Glück vergönnt sein wird, die Arbeit zu behalten, werden jedoch mit ausbleibenden Löhnen konfrontiert werden.

    Wie der russische Vizeminister für Gesundheitswesen und soziale Entwicklung, Maxim Topilin, mitteilte, sind derzeit im russischen Arbeitsamt etwa 1,548 Millionen Arbeitssuchende gemeldet, was zwei Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung ausmacht. Dabei gibt es etwa 5,8 Millionen unregistrierte Arbeitslose, die auf der Suche nach einer neuen Arbeit sind. Das macht 7,7 Prozent der arbeitsfähigen Bevölkerung des Landes aus.

    Noch vor kurzem sagte das Ministerium voraus, im Jahr 2009 gebe es in Russland etwa 5,5 Millionen Arbeitslosen. „Wir erwarten aber allein im ersten Quartal des Jahres 2009, dass die Zahl der Arbeitslosen bei etwa vier bis sechs Millionen Menschen liegen wird“, sagt Alexander Choroschilow, Prorektor der Moskauer Akademie für Arbeit und soziale Beziehungen. „Ende 2009 kann diese Zahl zwölf Millionen betragen.“

    „Sollten die Betriebe zu dem Schluss gelangen, dass die Krise auswächst und die Nachfrage abnimmt, so wird uns wohl im Herbst eine neue Entlassungswelle überrollen“, fügt Igor Poljakow, Experte des Zentrums für makroökonomische Analyse und kurzfristige Prognosen, hinzu. Die wachsende Arbeitslosigkeit wird zunehmend zu sozialen Spannungen führen.

    „Die Unzufriedenheit kann sich in erster Linie dort bemerkbar machen, wo die meisten Betriebe angesiedelt sind und wo die größten Entlassungen stattfinden“, so Poljakow. Die Polizei würde dann viel mehr Arbeit haben, denn die Kriminalität wird entsprechend ansteigen. „Die Arbeitslosen werden sich nicht einfach in ihre Wohnungen zurückziehen, sie werden gezwungen sein, Straftaten zu begehen, da sie keine Einkommensquellen mehr haben“, sagt der Experte.

    Die Lage wird dadurch verschlimmert, dass diejenigen, die ihren Job vorerst behalten durften, viel weniger in der Geldbörse haben werden. Die Löhne könnten gekürzt oder überhaupt nicht ausbezahlt werden. „Sollten die Betriebe Schwierigkeiten mit ihren Umlaufgeldern haben, könnte sich Ende April das Gesamtvolumen aller nichtausbezahlten Gehälter auf 30 bis 35 Milliarden Rubel belaufen (1 Euro = ca. 45,66 Rubel). Etwa zwei bis 2,5 Millionen Beschäftigten könnten betroffen sein“, rechnet Poljakow.

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