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    Anschluss Russlands an Nabucco-Projekt im Gespräch

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    In Brüssel machen Erwägungen die Runde, dass Russland an das umstrittene Projekt zum Bau der europäischen "Nabucco"-Gaspipeline angeschlossen werden soll.

    BRÜSSEL, 03. Februar (RIA Novosti). In Brüssel machen Erwägungen die Runde, dass Russland an das umstrittene Projekt zum Bau der europäischen "Nabucco"-Gaspipeline angeschlossen werden soll.

    Wie ein EU-Diplomat in Brüssel RIA Novosti mitteilte, wurde ein entsprechender Vorschlag in dem von Experten des Europäischen Parlaments vorbereiteten Bericht über die EU-Energiepolitik formuliert. Dieser Vorschlag soll in der Plenartagung der parlamentarischen Versammlung am Mittwoch, dem 4. Februar, in Straßburg zur Abstimmung gebracht werden.

    Wie die diplomatische Quelle RIA Novosti mitteilte, bezweifeln die Autoren des Berichts die Fähigkeit der Kaspiländer, die Nabucco-Pipeline mit Gas zu füllen, und halten es für unzweckmäßig, sie als Konkurrent des russischen Projekts "South Stream" zu betrachten.

    Laut europäischen Medien ist die Europäische Kommission gegen Russlands Beteiligung an "Nabucco", da dieser Schritt die Energieabhängigkeit der EU von russischen Lieferungen lediglich verstärken würde.

    Zugleich zweifelt etliche wichtige EU-Staaten wie Deutschland, Italien und Frankreich an der Notwendigkeit der "Nabucco"-Pipeline. Die EU-Exekutive hat allerdings bereits 250 Millionen Euro für dieses Projekt bereit gestellt, das eine Alternative zu den russischen Gaspipeline-Routen werden soll.

    Das "Nabucco"-Projekt ist für den Transport von zentralasiatischem und kaspischem Erdgas durch Aserbaidschan, Georgien, die Türkei, Bulgarien, Ungarn, Rumänien und Österreich nach Westeuropa vorgesehen und soll eine Fortsetzung der schon gebauten Gasleitung Baku-Tiflis-Ersurum darstellen.

    Eines der Hauptprobleme der Verhandlungen zu "Nabucco", die schon seit Jahren geführt werden, ist die Sicherung der notwendigen Erdgasmengen für die Pipeline. Nach Angaben von einigen Experten hängt das Hauptproblem damit zusammen, dass die Gasquellen für "Nabucco" bisher nicht klar sind.

    Die Lieferungen aus Iran sind wegen den internationalen Sanktionen gegen dieses Land sowie deshalb problematisch, weil dafür große Investitionen mobilisiert werden müssen.

    Was Turkmenien anbetrifft, so bevorzugt dieses Land nach Meinung von Experten, sein Gas an Russland und China zu verkaufen. Außerdem ist der Umfang der turkmenischen Vorräte nicht genau bekannt.

    Ein anderes Problem hängt mit dem Transit zusammen.

    Die Türkei könnte als Schlüsseltransitland, so Analysten, von Russland für die Blockade des Projekts unter Berücksichtigung der Streitereien um die Grenzziehung des Kaspischen Meeres genutzt werden.

    Tschechien als derzeitiges EU-Vorsitzland ist jedoch der Auffassung, dass das Projekt gegen 2015 realisiert werden könne.

    Experten führen die neuerliche Intensivierung des Verhandlungsprozesses zu Nabucco auf den jüngsten russisch-ukrainischen Gaskonflikt zurück.

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