23:02 22 Oktober 2017
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    Deutschland zeigt Russland neue Wege zu mehr Energieeffizienz - Russlands Presse

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    MOSKAU, 03. Februar (RIA Novosti). Die Deutsche Energie-Agentur GmbH (DENA) und das russische Energieministerium werden am Mittwoch in Berlin ein Projekt präsentieren, mit dem demnächst eine russisch-deutsche Energieagentur gegründet werden soll. Darüber berichten die Tageszeitungen „Gaseta“ und „Wremja Nowostej“ am Dienstag.

    Die russische Seite könne dadurch Zugang zu deutschen Energietechnologien und Know-how in Sachen Energieeffizienz erhalten. Die deutschen Firmen werden ihrerseits neue Aufträge bekommen, was in der Krisenzeit überlebenswichtig sein dürfte.

    Die Energieeffizienz in Russland kann für Deutschland von großem Nutzen sein, stellt die „Wremja Nowostej“ fest. Der sinnvolle und schonende Einsatz der Energieressourcen, vor allem des Gases, würde die Exportrisiken Gazproms erheblich senken. In Europa steht dieses Thema oben auf der Tagesordnung, weil in den vergangenen Jahren die Gasförderung in Westsibirien merklich gesungen ist und der Gasbedarf in Russland hingegen kontinuierlich steigt.

    DENA, das Kompetenzzentrum für Energieeffizienz und Regenerative Energien, vertritt die Auffassung, dass man in Russland allein durch energiesparende Technologien bis zu 40 Prozent der Energie sparen könnte.

    Man könne jedes Jahr bis zu 400 Millionen Tonnen Einheitsbrennstoff einsparen (Angaben des russischen Energieministers Sergej Schmatko zufolge beträgt diese Zahl 380 Millionen Tonnen Einheitsbrennstoff jährlich).

    Eine Quelle in der Deutschen Energie-Agentur ist der Meinung, dass die Investitionen in die Energiebranche als einen Beitrag zur Verringerung des CO2-Austoßes angerechnet werden könnten.

    „Wir sind leider daran gewöhnt zu glauben, dass die Energieressourcen quasi umsonst sind, daher werden bei uns diese Ressourcen nicht angemessen geschätzt“, sagte Sergej Pikin, Direktor des Fonds für Energieentwicklung, gegenüber der Zeitung „Gaseta“. „Die russischen Geschäftsleute beschäftigen sich überhaupt nicht mit den Fragen der Energieeffizienz, daher stammten bisher alle Lösungen dieses Problems fast ausschließlich aus dem Westen.“

    Alexander Rahr, Programmdirektor Russland/Eurasien der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik, meint, es gehe nicht um die Gewohnheit, jedes Mal beim Verlassen des Raums das Licht zu löschen, sondern es gehe um die Notwendigkeit, die Energie auf eine europäische Art und Weise zu verbrauchen.

    Russland könne deshalb eine europäisch durchgeführte Erneuerung vertragen, Deutschland dagegen, das glücklicherweise viel Geld für Investitionen in regenerative Energien hat, kann sich als ein guter strategischer Partner erweisen, so Rahr weiter.

    Zudem wies er darauf hin, dass zwischen den beiden Ländern schon seit drei Jahren ein Programm zur Steigerung der Energieeffizienz und zum schonenden Einsatz der Energieressourcen läuft. Nun aber werde dieses Programm mit konkreten Projekten ausgefüllt, so Rahr zusammenfassend.