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    Diamantenproduzenten starten gemeinsame Werbe-Offensive - "Wedomosti"

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    MOSKAU, 03. Februar (RIA Novosti). Die weltweit führenden Diamantenförderer Alrosa, De Beers, BHP Billiton und Rio Tinto (halten über 90 Prozent des Markts) wollen im Februar eine Marketingkampagne durchführen, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Dienstag.

    Damit wollen sie Nachfrage nach Diamanten ankurbeln und die Preise für die Edelsteine stützen. Geplant sei unter anderem, so Alrosa-Präsident Sergej Wybornow, Werbung für Diamanten als eine Investitionsanlage zu machen. Linette Guld von De Beers teilt mit, dass die Unternehmen für die Umsetzung der gemeinsamen Marketingstrategie eine Organisation mit dem Namen SteerCom gründen wollten.

    Die Unternehmensberater von McKinsey & Co. arbeiten derzeit bereits an einem Finanzierungssystem. Es werde angenommen, dass sie alle Teilnehmer der Wertschöpfungskette - Diamantenförderer, Schleifer, Juweliere - um Gelder bitten werden, so Guld. Nach ihren Angaben hat sich den Diamantenproduzenten bereits das Juwelierhaus Harry Winston angeschlossen.

    Weder Wybornow noch Guld sagten, wie viel sie für die Marketingkampagne auszugeben bereit sind. Damit sie effektiv sei, müsste etwa eine Milliarde Dollar investiert werden, so Sergej Gorjajinow von Rough & Polished, wobei den Löwenanteil die Werbung verschlingen werde.

    Es sei nicht weiter verwunderlich, sagt der Experte, dass sich die Diamanten fördernden Unternehmen für die kostspielige Kampagne entschlossen hätten: Nachdem die Verkäufe der Edelsteine um 30 Prozent abgestürzt seien, stocke auch der Diamantenrohstoffmarkt. Die Diamantenvorräte würden sich derzeit auf etwa 15 bis 20 Milliarden Dollar belaufen, die alljährlichen Verkäufe dagegen auf ungefähr zehn Milliarden Dollar, bestätigt Wybornow.

    Die Preise sind ebenfalls zurückgegangen: Der Rapaport Diamond Index (durchschnittlicher Einzelhandelspreis von Diamanten von 1 Karat auf dem New-Yorker Markt) sei seit den Spitzenzahlen im Sommer von 8921 Dollar auf 6893 Dollar abgerutscht - fast wie im Juli 2007.

    Die vier größten Produzenten wollten zudem die Diamantenpreise stützen, so ein Alrosa-Mitarbeiter: "Ein Luxusgut darf nicht billig sein."

    Maxim Schkadow, Generaldirektor der Produktionsvereinigung "Kristall" von Smolensk, unterstützt die Initiative der Diamantenproduzenten, kann sich ihr jedoch nicht anschließen. Der Grund: kein Geld. Alrosa dagegen könne das Geld für die Werbung von Diamanten sehr wohl aufbringen, meint Gorjajinow, denn trotz der Krise verkaufe der Konzern die Edelsteine weiterhin an die staatliche Schatzkammer Gochran.

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