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    Russische Top-Manager entscheiden selbst über Gehaltskürzungen - "Gazeta.Ru"

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    MOSKAU, 05. Februar (RIA Novosti). Der neue US-Präsident Barack Obama hat gefordert, dass die Gehälter der Top-Manager in Unternehmen, die angesichts der Krise staatliche Hilfe beziehen, nicht über 500 000 Dollar im Jahr liegen dürfen. Darüber schreibt die Internetzeitung "Gazeta.Ru" vom Mittwoch.

    In Russland ist die Kürzung der Gehälter und Prämien eine freiwillige Angelegenheit der Banker und Unternehmenschefs, die

    staatliche Unterstützung gern in Anspruch nehmen.

    "Man darf die Situation drüben mit der bei uns nicht vergleichen. Wir haben keine Obamas", erläuterte ein russischer Banker der "Gazeta.Ru". „Zudem haben wir nicht diese Gehälter“, fügte er hinzu.

    Die russischen Behörden zeigen - jedenfalls öffentlich - keine Besorgnis über die hohen Gehälter der Chef von Unternehmen, die in Anbetracht der Krise vom Staat unter die Arme gegriffen werden.

    Im Unterschied zu den USA werden die Informationen über Prämien und Gehälter der russischen Top-Manager wie ein Geheimnis gehütet. Vereinzelte Nachrichten, die in die Öffentlichkeit gekommen sind, zeugen übrigens davon, dass das Einkommensniveau von russischen und ausländischen Top-Managern vergleichbar ist.

    So hatte laut "Forbes"-Magazin der Chef des russischen Ölkonzerns Lukoil, Wagit Alekperow, gemäß einem Vertrag von 2001 bis 2006, ein Jahresgehalt von 1,5 Millionen Dollar und eine jährliche Prämie von 150 Prozent des Gehalts, das heißt weitere 2,225 Millionen Dollar.

    Da der Ölpreis bis Mitte des vergangenen Jahres nur nach oben kletterte, wurden die Einkünfte Alekperows im neuen Vertrag wohl kaum geringer ausfallen. Lukoil hatte jedoch vor kurzem den Staat um zwei bis fünf Milliarden Dollar gebeten, um die Schulden bezahlen zu können.

    Die russischen Unternehmer beschließen selbst, ob sie sich die Auszahlungen kürzen oder nicht. Eine anonyme Quelle bei Basic Element (56,7 Prozent hält Rusal) sagte, dass die Gehälter und Prämien im Konzern nicht gesenkt worden seien.

    Der russische Energieriese Gazprom gab Mitte Dezember sogar ein Optionsprogramm für die Manager bekannt. Demnach überwies der Gasmonopolist seinen 18 Vorstandsmitgliedern Konzernaktien für 3,27 Millionen Dollar. Der Mammutkonzern ist weit davon entfernt, Gehaltskürzungen vorzunehmen. Das Gegenteil scheint der Fall, in diesem Jahr sollen die Löhne um zehn Prozent angehoben werden.

    Dabei haben sowohl Rusal als auch Gazprom staatliche Hilfsgelder erhalten. Dem russischen Metallriesen wurden von der Außenhandelsbank VTB 4,5 Milliarden überwiesen, damit er seine Kredite bedienen kann. Der Gaskonzern bekam im Dezember einen VTB-Kredit in Höhe von 153 Millionen Dollar, um einen Teil des Kredits von der Deutschen Bank aus dem Jahr 2004 bezahlen zu können.

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