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    Nach Gaslieferausfall: Ukraine will Europa keine Entschädigung zahlen

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    Das ukrainische Außenministerium wertet die Aussage des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew, die Verluste der europäischen Länder durch den mehrwöchigen Ausfall der Gaslieferungen im Januar müssten von der Ukraine erstattet werden, als "unfreundlich".

    KIEW, 06. Februar (RIA Novosti). Das ukrainische Außenministerium wertet die Aussage des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew, die Verluste der europäischen Länder durch den mehrwöchigen Ausfall der Gaslieferungen im Januar müssten von der Ukraine erstattet werden, als "unfreundlich".

    Eine diesbezügliche Erklärung des Außenamtes ist am Freitag veröffentlicht worden.

    Wie der russische Staatschef am Vortag geäußert hatte, müsse die Ukraine die europäischen Länder für das vorübergehende Ausbleiben russischer Gaslieferungen entschädigen.

    Die Lieferung russischen Gases durch die Ukraine war in der Nacht zum 7. Januar abgebrochen worden, weil das ukrainische Staatsunternehmen Naftogas Ukrainy die Transitpipelines verriegelt hatte. Die Gaszufuhr wurde am 20. Januar nach einer Vereinbarung zwischen den Regierungschefs Russlands und der Ukraine, Wladimir Putin und Julia Timoschenko, wieder aufgenommen.

    Wegen des Lieferausfalls im Januar waren beispielsweise in Bulgarien Einschränkungen für den Gasverbrauch angeordnet worden, die mehr als 350 Großunternehmen betrafen. Weitere 44 größere Produktionsstätten wurden stillgelegt.

    Die bulgarische Regierung schätzt die Verluste durch den Lieferausfall auf 250 Millionen Euro.

    "Die ukrainische Seite ist über die Aussage des Präsidenten der Russischen Föderation hinsichtlich des Ausgleichs der Verluste der europäischen Länder befremdet, die offensichtlich aufgrund des Stopps der Lieferungen russischen Erdgases durch die russische Seite über das ukrainische Gasverteilungssystem Anfang Januar 2009 zum anschließenden Transit über das Territorium unseres Staates für die europäischen Abnehmer entstanden waren. Eine derart emotionale Äußerung ist keine partnerschaftliche, sondern eine unfreundliche Geste gegenüber der Ukraine und den Ländern der Europäischen Union. Die genannte Aussage und weitere (derartige Aussagen) des russischen Staatschefs widersprechen dem Geist des geltenden Vertrages von 1997 zwischen der Ukraine und der Russischen Föderation über Freundschaft, Zusammenarbeit und Partnerschaft", so die Erklärung.

    Die ukrainische Ministerpräsidentin Julia Timoschenko hatte am Vortag geäußert, die Ukraine werde die Verluste durch die ausbleibenden Gaslieferungen nach Europa nicht erstatten, weil das Land keine Schuld daran trage.

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