18:27 20 September 2017
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    Gazprom startet teuerstes Pipeline-Projekt seiner Geschichte - „Kommersant“

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    MOSKAU, 09. Februar (RIA Novosti). Gazprom rechnet angesichts des Verfalls der Ölpreise in Europa in diesem Jahr mit Einnahmeneinbußen in Höhe von 19 bis 25 Milliarden Euro. Dennoch will der russische Gasriese nicht an den Plänen für seine bislang teuerste Pipeline (South Stream) rütteln, berichtet die Zeitung „Kommersant“ am Montag.

    Bei einem Treffen mit Investoren teilte der Vizechef der russischen Gasholding, Alexander Medwedew, mit, dass die mit Italien geplante South-Stream-Pipeline, die durch das Schwarze Meer verlaufen und die russische Hafenstadt Noworossisk mit dem bulgarischen Warna verbinden soll, Kosten in Höhe von 19 bis 24 Milliarden Euro verursachen dürfte.

    Allein der Meeresabschnitt, der von einem auf paritätischer Basis gegründeten Gemeinschaftsunternehmen mit dem italienischen Konzern Eni gebaut werden solle, werde etwa vier Milliarden Euro kosten, so Medwedew. Der Festlandabschnitt von Bulgarien nach Österreich (etwa 1300 Kilometer) und bis zur griechischen Adriaküste (ca. 990 Kilometer) würden zusätzlich 15 bis 20 Milliarden Euro verschlingen.

    Nach der Fertigstellung beider Pipelines („South Stream“ sowie „Nord Stream“) würde sich die Gesamtkapazität der russischen Exportpipelines (ukrainisches Transportsystem für Erdgas inbegriffen) im Jahre 2015 auf etwa 304 Milliarden Kubikmeter Gas jährlich belaufen.

    Zugleich würde Russlands reiner Gasexport nach Europa höchstens 220 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr ausmachen, was wiederum bedeuten würde, dass die South-Stream-Pipeline die Gasmengen übernehmen wird, die früher durch die Ukraine nach Westeuropa flossen, so Maxim Schejin von der Investitionsgesellschaft „Brokerkreditservice".

    Die ukrainische Regierungschefin Julia Timoschenko sagte vergangenen Samstag in München, die Pipelines würden gebaut, um zusätzliche Gasmengen zu transportieren, und nicht, um seinem Partner eins auszuwischen.

    Michail Kotschemkin, Direktor des Unternehmens East European Gas Analysis, vertritt die Meinung, dass der Bau der South-Stream-Gasleitung dem Gazprom, in der Zeit der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise und vor dem Hintergrund fallender Einkünfte, ziemlich teuer zu stehen kommen dürfte.

    Wegen der grassierenden Abwertung des russischen Rubels habe der Gasriese eine riesige Schuldenlast zu schultern, so dass es im vierten Quartal dazu kommen könnte, dass Gazprom rote Zahlen schreiben würde, so Michail Kotschemkin.

    Sollte aber der Staat die Steuerlast Gazproms reduzieren, würden die Staatskassen leer bleiben, so der Experte weiter. Kein Unternehmen der Welt baut politisch motivierte Pipelines, insbesondere, wenn diese Pipeline 25 Milliarden Euro kostet, fasst Kotschemkin zusammen.

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