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    Türkei unterstützt Nabucco-Projekt getrennt von EU-Beitritt

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    BRÜSSEL, 09. Februar (RIA Novosti). Die Türkei wird das Projekt zum Bau der Nabucco-Pipeline unabhängig von der Entwicklung der Verhandlungen über den türkischen Beitritt zur Europäischen Union unterstützen.

    Das erklärte Selim Kuneralp, Vertreter der türkischen Regierung, in einem Rundfunkinterview.

    "Die Türkei wird Nabucco unterstützen, selbst wenn bei den Verhandlungen über den (EU-)Beitritt kein Fortschritt erreicht wird", sagte Selim Kuneralp dem Sender "Kontakt" und fügte an, die Teilnahme am Pipelineprojekt wäre für die Türkei vorteilhaft.

    Die Verhandlungen über den EU-Beitritt der Türkei wurden im Herbst 2006 aufgenommen. Das Ziel der Verhandlungen ist es, ein Abkommen zwischen der EU und der Türkei über die Zusammenarbeit und Anpassung der Gesetze in 35 Richtungen oder (nach der EU-Terminologie) Kapiteln zu schließen. Zurzeit werden zehn solche Richtungen abgestimmt.

    Die Verhandlungen über die Energiezusammenarbeit werden von Zypern verhindert, dessen Landesführung erklärt, sie würde der Türkei den Beitritt zur Europäischen Union nicht erlauben, solange die türkischen Truppen auf der Insel präsent sind.

    Das Projekt Nabucco, an dem insgesamt 15 Länder teilnehmen, sieht die Verlegung einer Erdgasleitung über Aserbaidschan, Georgien und die Türkei und dann über Bulgarien, Ungarn, Rumänien und Österreich vor. Die geplante Pipeline soll an die bereits fertig gebaute Strecke Baku-Tiflis-Erzurum angeschlossen werden, um das mittelasiatische und kaspische Erdgas nach Europa zu liefern.

    Über das Nabucco-Projekt wird bereits seit Jahren verhandelt. Der Stein des Anstoßes sind dabei die fehlenden Garantien für das Befüllen der Rohrleitung. Bis jetzt sind die Erdgasquellen dafür nicht festgelegt worden. Iran ist wegen möglicher internationaler Sanktionen gegen dieses Land unzuverlässig und Turkmenien bevorzugt es, sein Erdgas an Russland und China zu verkaufen. Zudem ist die Menge der turkmenischen Erdgasvorräte nicht bekannt. Ein anderes Problem hängt mit dem Gastransit zusammen.

    Experten führen die Belebung des Verhandlungsprozesses auf die jüngste russisch-ukrainische Erdgaskrise zurück.

    Für den Pipelinebau wurde das Konsortium Nabucco Gas Pipeline International GmbH gegründet. Mit Anteilen von je 16,67 Prozent nehmen daran die Unternehmen OMV Gas & Power GmbH (Österreich), MOL (Ungarn), Bulgargaz (Bulgarien), Transgaz (Rumänien), Botas (Türkei) und RWE Supply & Trading GmbH (Deutschland) teil.

    Die über 3 300 Kilometer lange Erdgasleitung soll eine Durchlasskapazität von 31 Milliarden Kubikmeter im Jahr haben. Der Bau soll bis 2013 abgeschlossen werden.

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