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    Armenien schreibt Bau von Atomreaktor aus

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    ERIWAN, 23. Februar (RIA Novosti). Armenien hat den Bau eines neuen Reaktorblocks im Armenischen Atomkraftwerk ausgeschrieben.

    Das teilte die Sprecherin des Ministeriums für Energie und Naturressourcen der Kaukasusrepublik, Lussine Arutjunjan, am Montag in Eriwan mit. "An dem Wettbewerb können beliebige natürliche Personen oder Firmen teilnehmen. Die Anträge werden bis zum 1. April entgegengenommen."

    Der Sprecherin zufolge hatte das Kabinett bereits einen Gesetzentwurf über den Bau einer neuen Reaktoranlage vorbereitet, ihn aber noch nicht im Parlament eingebracht.

    Armenien plant, einen neuen Reaktor mit einer Leistung von bis zu 1000 Megawatt zu bauen. Das Vorhaben dürfte den Fiskus rund fünf Milliarden US-Dollar kosten. Um fremdes Kapital in das Projekt zu locken, hatte das Parlament in Eriwan das staatliche Monopol auf den Besitz von Atomreaktoren abgeschafft. Interesse an dem Projekt haben bislang Russland, die USA und Frankreich bekundet.

    Das Armenische Atomkraftwerk war 1980 in Betrieb genommen und im März 1989 - nach einem verheerenden Erdbeben von Spitak mit 25 000 Toten im Dezember 1998 - stillgelegt worden. Angesichts einer akuten Energiekrise wurde das AKW im November 1995 wieder ans Netz angeschlossen.

    Zwei Energieblöcke sind mit russischen Druckwasser-Reaktoren erster Generation vom Typ WWER-440 ausgestattet. Die erste Energieanlage liegt still. Der zweite Reaktor erzeugt bis zu 50 Prozent des gesamten armenischen Stromes. Nach Expertenschätzung kann das Kraftwerk bis 2016 betrieben werden.

    Seit September 2003 wird das Armenische Atomkraftwerk von Inter RAO UES - Tochter des mittlerweile aufgelösten nationalen russischen Stromversorgers EES Rossii - treuhänderisch verwaltet. Der Vertag hat eine Laufzeit von zehn Jahren.

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