00:25 22 September 2018
SNA Radio
    Wirtschaft

    Umweltgutachten läutet heiße Phase für Ostsee-Pipeline ein - "Kommersant"

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 01
    MOSKAU, 06. März (RIA Novosti). Der Betreiber der Ostsee-Pipeline, die Nord Stream AG, hat ein Umweltgutachten zu dem Projekt vorgelegt, berichtet die russische Zeitung "Kommersant" am Freitag.

    Der Bericht soll den Umweltbehörden in Russland, Deutschland, Schweden, Finnland und Dänemark vorgelegt werden. Jetzt haben die Gegner der Ostsee-Pipeline keine formalen Gründe mehr, den Beschluss über den Bau der Gasleitung, die Russland durch die Ostsee mit Deutschland verbinden soll, zu verzögern.

    Wie es bei der Nord Stream AG (51 Prozent hält Gazprom), die mehr als 100 Millionen Euro in die Umweltforschung steckte, heißt, wird das Dokument am Montag veröffentlicht.

    Beim Pipelinebetereiber wurde erklärt, dass drei Monate für Konsultationen vorgesehen seien, bei denen alle fünf Staaten, durch deren Wirtschaftsgewässer die Pipeline verlaufen wird, ihre Meinung über die Umweltverträglichkeit und die Risiken des Bauprojekts gemeinsam vortragen können.

    Der Bericht sollte bereits vor einem Jahr vorliegen, aber auf Forderung von Finnland, Dänemark und Schweden wurde die Route der Gasleitung geändert und einige Veränderungen am Projekt vorgenommen. Rolf Nyström vom Umweltschutzzentrum im finnischen Uusimaa ist der Ansicht, dass bei der Nachbesserung beschlossen wurde, beim Pipelinebau keinerlei Sprengarbeiten anzuwenden.

    Michail Kortschemkin, Chef von East European Gas Analysis, meint dazu: "Die örtlichen Beamten werden das Dokument gemächlich zu studieren beginnen, dann im Sommer eine Urlaubspause einlegen und im Herbst der Nord Stream AG eine neue Liste von Fragen (oder Ansprüchen) präsentieren."

    "Wenn der Bau der Gasleitung nicht im nächsten Jahr beginnt, könnte er für sehr lange Zeit aufgeschoben werden", spekuliert Arkadi Mosches vom finnischen Institut für Internationale Beziehungen. "In Russland gehen die Investitionsmöglichkeiten wegen der Krise teilweise zurück. Europa zeigt bisher sehr großes Interesse an der Pipeline."

    Der französische Energieriese GDF Suez will schnellstmöglich in das Projekt einsteigen. Dessen Präsident Jean-François Cirelli bestätigte gestern erstmals offiziell, dass sein Konzern an einem Minderheitspaket der Nord Stream AG interessiert sei.

    Ein Gazprom-Manager sagte dazu, dass ein Abkommen in Vorbereitung sei, wonach etwa neun Prozent der Nord-Stream-Aktien an die Franzosen verkauft würden. Der Deal könne bereits vor Ende März über die Bühne gehen.

    Ein anderer Gazprom-Manager fügte hinzu: BASF und E.ON würden ihre Anteile auf 15,5 Prozent verringern und jeweils 4,5 Prozent der Aktien an die Franzosen abtreten.

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren