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    Neuer Anlauf: Iridium will Russland mit Satellitenhandys erobern - Presse Russlands

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    MOSKAU, 06. März (RIA Novosti). Das Unternehmen Iridium Satellite, Betreiber des Satellitenkommunikationssystems Iridium, will nach dem gescheiterten Versuch vor neun Jahren erneut in Russland Fuß fassen. Darüber berichten die Tageszeitungen „RBC Daily“ und „Wedomosti“ am Freitag.

    Russische Bürger dürfen offiziell das Iridium-Handy nicht benutzen, da dieses Unternehmen keine Repräsentanz in Russland hat. Iridium Satellite wäre bereit, ein Büro in Russland zu eröffnen. Dies bestätigt eine Quelle, die den Verhandlungen des Kommunikationsministers Igor Schtschogolew mit dem US-Satellitenbetreiber nahesteht.

    Angeblich soll die Rede davon gewesen sein, die neue Satellitengruppierung Iridium Next ins All zu bringen und die Verbindungsstation mit Hilfe des russischen Forschungs- und Produktionszentrums Chrunitschew zu modernisieren.

    Alexej Kondraschow, Exekutivdirektor des Unternehmens Direct Info, hat sich überzeugt gezeigt, dass Iridium Satellite seine Geschäfte in Russland aus der gesetzlichen Grauzone bringen will. Das Unternehmen hat bereits Kunden in Russland, doch sie haben eigentlich kein Recht, ihre Terminale zu benutzen. Laut russischem Gesetz muss sich das Satellitenunternehmen Kondraschow zufolge als eine juristische Person registrieren lassen und eine so genannte Verbindungsstation bauen - die ist nötig, damit die russischen Sicherheitsbehörden den Kommunikationsverkehr kontrollieren können. Das Unternehmen müsste allein dafür mindestens ein paar Dutzend Millionen US-Dollar investieren.

    Russland sei für Iridium besonders wegen seinen unerschlossenen Gebieten attraktiv, in denen überhaupt keine Kommunikationsinfrastruktur vorhanden ist, unterstreicht Iridium-Vertreterin Liz De Castro. Ein Satellitentelefon zu haben sei nicht billig, warnt Igor Kot, stellvertretender Generaldirektor von Gazprom - Kosmitscheskije Sistemy.

    Das sei schon klar, doch der Zeitpunkt für das Engagement des Unternehmens in Russland sei denkbar günstig gewählt, so Andrej Koslow, Generaldirektor von Globaltel (Tochtergesellschaft von Globalstar - dieses Unternehmen erneuert gerade seine Satellitenflotte, wobei die Verbindungsqualität noch viel zu wünschen übrig lässt ).

    Iridium ist ein weltumspannendes Satellitenkommunikationssystem aus 66 Satelliten auf sechs Umlaufbahnen, das die ganze Erdoberfläche abdeckt, fügt Sergej Pechterew hinzu, Generaldirektor des Telekommunikationsunternehmens Settelekom. Globalstar oder Thuraya seien dazu nicht in der Lage. Globaltel hat etwa 40 000 Kunden, Iridium hingegen hatte Ende 2008 etwa 320 000 Abonnenten.

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