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    Enel fährt Investitionen in russische Stromwirtschaft zurück - „Kommersant“

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    MOSKAU, 13. März (RIA Novosti). Der größte italienische Energieversorger Enel verspricht, wie geplant in den russischen Stromerzeuger OGK-5 zu investieren. Darüber schreibt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag.

    Die Italiener werden dennoch alte Kessel und Turbinen nicht gegen neue ersetzen, was in Bezug auf das Investitionsvolumen der zuvor geplanten Modernisierung mit der Errichtung von neuen Energieblöcken vergleichbar wäre.

    Im vergangenen Jahr konnte der italienische Energiekonzern seinen Gesamtgewinn um 35 Prozent steigern. Zugleich hat Europas drittgrößter Energieversorger einen Schuldenberg von 50 Milliarden Euro, was ein Rekord unter den europäischen Energieunternehmen darstellen dürfte. Deswegen startete der Konzern ein Programm zur Reduzierung der Kosten und kürzt seine Investitionsprogramme für die kommenden vier Jahre um zwölf Milliarden Euro.

    Eine gut informierte Quelle behauptet, Enel würde die alten Kessel und Turbinen nicht modernisieren. Das Modernisierungsprogramm hätte 34,5 Milliarden Rubel gekostet (1 Euro = ca. 44,92 Rubel) und wäre mit der Errichtung komplett neuer Energieblöcke vergleichbar.

    Bis heute hat noch kein westliches Energieunternehmen, das bei der russischen Energieholding RAO UES Stromerzeugerunternehmen erworben hatte, angekündigt, seine Investitionsprogramme nicht erfüllen zu können. In den Kaufverträgen, die die westlichen Energiekonzerne mit der RAO UES abschließen, sind normalerweise sowohl die Energieliefermenge als auch die Verpflichtung, neue Energieblöcke zu bauen, verankert.

    Bei Nichterfüllung des Vertrags drohen dem jeweiligen Unternehmen erhebliche Geldstrafen. Die Modernisierung der bereits in Betrieb stehenden Blöcke ist allerdings aus dieser Regelung ausgeschlossen.

    Der deutsche Energiekonzern E.ON wollte gestern nichts zum eigenen Investitionsprogramm für den russischen Stromerzeuger OGK-5 sagen. Der finnische Versorger Fortum (besitzt Stromerzeuger TGK-10) gab bekannt, dass man in der Krisenzeit bestrebt sei, die Kosten zu reduzieren, aber nicht zum Nachteil eines hochwertigen Sanierungsprogramms.

    Sergej Pikin, Direktor des Fonds für Energieentwicklung, ist der Meinung, dass der Stromerzeuger OGK-5 eine umfangreiche Sanierung vertragen könnte, denn er sei bereits vor 50 Jahren in Betrieb genommen worden. Jelena Juschkowa von „Ak Bars Finans“ fügt hinzu, dass die Stromproduktionsstätten von OGK-5 die ältesten seien, ihr Durchschnittsalter beträgt etwa 44 Jahren.

    Die „jüngsten“ Energieblöcke hat Stromerzeuger OGK-4, doch auch sie sind inzwischen in die Jahre gekommen und etwa 30 Jahre alt. Der Energieverbrauch sinkt, deswegen seien Investitionen in die Modernisierung viel wichtiger als der Bau von neuen Energieblöcken, ist Juschkowa überzeugt. Pikin hingegen vertritt die Auffassung, dass es im Moment sehr ungünstig wäre, in die Sanierung zu investieren, weil die Sanierungskosten in der Regel lediglich zehn bis 30 Prozent niedriger seien, als die Baukosten bei der Errichtung eines neuen Energieblocks.