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    Russland verweigert OPEC die Gefolgschaft - „Wedomosti“

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    MOSKAU, 13. März (RIA Novosti). Der russische Vizeregierungschef Igor Setschin nimmt am Sonntag am OPEC-Gipfel teil. Darüber schreibt die Tageszeitung „Wedomosti“ am Freitag.

    Die Organisation der Erdöl exportierenden Länder erwartet von Russland eine weitere Drosselung der Ölförderung, die allerdings noch stärker ausfallen soll als bislang, behauptet ein Mitarbeiter des russischen Energieministeriums.

    Um Druck auf die Preise ausüben zu können, müsse diese Drosselung „demonstrativ“ erfolgen. Moskau sei darüber hinaus verpflichtet, seine Entscheidungen mit der OPEC abzustimmen, fügt ein anderer Mitarbeiter des Ministeriums hinzu. Ihm zufolge lehnt Moskau solche Auflagen ab.

    Konkrete Zahlen nennt die OPEC nicht, unterstreicht ein Mitarbeiter des Energieministeriums. Dabei aber machen die OPEC-Länder keinen Hehl daraus, dass Russland sich bei seiner Drosselung der Ölproduktion an Saudi-Arabien orientieren könnte. Der jetzige Unterschied ist allerdings sehr groß.

    2008 wurden in Russland jeden Tag etwa 9,78 Millionen Barrel Erdöl gefördert, in den Monaten Januar und Februar wurde die Ölproduktion lediglich um 0,3 Prozent (auf 9,75 Millionen Barrel Erdöl täglich) runtergefahren. Saudi-Arabien hingegen, den OPEC-Empfehlungen folgend, hat seine Tagesförderung um fast 16 Prozent verringert (von 9,53 Millionen Barrel Erdöl täglich in August auf acht Millionen in Februar).

    Russland sei nicht bereit, solchen Begrenzungen zu folgen, sagen die Quellen der Zeitung. Setschin teilte gestern mit, dass der gegenwärtige Erdölpreis von 40 US-Dollar je Barrel bereits eine Folge der Zusammenarbeit zwischen Moskau und der OPEC sei. Im vergangenen Jahr habe Russland seinen Erdölexport bereits um 15 Millionen Tonnen Erdöl verringert, und die Erdölförderung um drei Millionen Tonnen bzw. 0,7 Prozent.

    Zum Vergleich: die OPEC-Länder haben vergangenes Jahr ihre Förderung um 9,5 Prozent verringert (um etwa 1,6 Milliarden Tonnen; in Russland nur um 488 Millionen Tonnen).

    Die strikten Auflagen der OPEC-Länder seien für Russland nicht akzeptabel, weil Erdöl und Erdgas 25 Prozent des BIP und 40 Prozent aller Steuereinnahmen Russlands ausmachen, gibt Valeri Nesterow von Troika Dialog zu bedenken. Allerdings habe auch die OPEC keine Möglichkeiten, Russland unter Druck zu setzen, fügt der Experte hinzu.

    Russland wollte mit der OPEC Technologie- und Informationsaustausch betreiben und habe im Dezember sogar vorgeschlagen, eine entsprechende Absichtserklärung zu unterschreiben, doch sie ist bis heute nicht unterschrieben worden, sagt ein Mitarbeiter des russischen Energieministeriums.

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