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    Kreml will Auslandsinvestitionen ins Internet überwachen - Russlands Presse

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    Nach Ansicht des russischen Staatschefs Dmitri Medwedew sind ausländische Investitionen in die russischen Internetprojekte eine normale Sache, doch der Staat müsse aus Sicherheitsgründen überwachen.

    MOSKAU, 09. April (RIA Novosti). Nach Ansicht des russischen Staatschefs Dmitri Medwedew sind ausländische Investitionen in die russischen Internetprojekte eine normale Sache, doch der Staat müsse aus Sicherheitsgründen überwachen. Darüber berichten die Tageszeitungen „Kommersant“ und „Wedomosti“ am Donnerstag.

    Das Telekommunikationsministerium macht sich bereits darüber Gedanken, wie der Auftrag des Präsidenten erfüllt werden könnte. Experten zeigen sich gelassen.

    Ein Sprecher des Telekommunikationsministeriums in Moskau hat neulich verkündet, man sei gerade dabei, „Sicherheitskriterien“ zu entwickeln, auf deren Basis die Internetunternehmen auf die Liste der „strategisch wichtigen Firmen“ gesetzt werden könnten.

    Das Internet sei de facto eine strategische Ressource geworden, stellt Jelena Laschkina, Sprecherin des Telekommunikationsministeriums, fest. Sie verweist dabei auf das Strategiebranchengesetz für ausländische Investitionen, wonach eine Zeitung mit einer Auflage von mindestens eine Million Exemplaren auf diese Liste gesetzt werden darf. So könne man mit dem Internet verfahren, so die Sprecherin.

    Die großen Internet-Anbieter könnten in der Tat für den Staat sehr interessant erscheinen, ist Arkadi Wolosch, Generaldirektor von Yandex, der größten russischen Suchmaschine im Internet, einverstanden - doch hier müssten die gleichen Regeln für alle eingehalten werden.

    Die russischen Internetportale seien gut vor feindlichen Übernahmen seitens ausländischer Investoren geschützt, sagt Alexej Beljajew, Präsident des Verbandes für Internet und Business. Kontrollmechanismen in der Internetwirtschaft seien längst geschaffen worden, doch es sei dringend nötig, einheitliche Regeln zu gewährleisten, die für alle verbindlich seien, fügt Rafael Akopow, Präsident des Unternehmens Profmedia, das die Suchmaschine Rambler kontrolliert, hinzu.

    Experten weisen darauf hin, dass eine Reihe von russischen Internetunternehmen von ausländischen Investoren und Aktionären gegründet worden war, doch die Kontrolle in den russischen Händen bleibt. So sind zum Beispiel solche populäre Sozialnetzwerke wie „VKontakte“ und „Odnoklassniki“ von ausländischen Organisationen ins Leben gerufen worden (Yaboda Investments Ltd. aus Zypern und Odnoklassniki Ltd. aus Großbritannien), doch die Kontrolle behält das Investmentunternehmen Digital Sky Technology (DST, gehört Juri Millner, Grigori Finger und Alischer Usmanow). DST gehören auch 53,2 Prozent an der Internet-Holding Mail.ru.