01:08 17 Dezember 2017
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    Russische Waffenfabrik entlohnt Arbeiter mit Mehl und Konserven - „Kommersant“

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    MOSKAU, 09. April (RIA Novosti). Die Waffenfabrik Molot in der russischen Stadt Wjatskije Poljany (Gebiet Kirow) will die Arbeiter mit Lebensmitteln bezahlen, berichtet die russische Zeitung „Kommersant“ am Donnerstag

    Die Lohnschulden des Herstellers von Maschinengewehren und Panzerfäusten, gegenüber den 5000 Mitarbeitern betragen 121 Millionen Rubel (rund 2,7 Millionen Euro), so „Kommersant“. Seit April haben bereits 500 Mitarbeiter die Auszahlung ihrer ausstehenden Löhne mittels Lebensmitteln beantragt, teilte die stellvertretende Generaldirektorin, Diana Nassyrowa, mit.

    Ihr zufolge kostet ein Lebensmittelpaket (Speiseöl, Mehl, Nudeln, Buchweizen, Zucker und Dosenfleisch) jeweils 630 Rubel (ca. 14 Euro). Obwohl das nur 20 Prozent des Durchschnittslohns betrage, willigen immer mehr Mitarbeiter in die Bezahlung mit den Lebensmittelpaketen ein, sagte Nassyrowa.

    Ihr zufolge geht es um eine Notmaßnahme. „Wir erwarten vom Staat eine Subvention in Höhe von 450 Millionen Rubel.“ Das Geld sei bereits im Januar von einer Regierungskommission zur Verhinderung des Bankrotts von strategisch wichtigen Unternehmen bewilligt worden und sollte Mitte März überwiesen werden, was nicht geschah.

    Waffenexperte Maxim Pjaduschkin sagte zu „Kommersant“, das Molot-Werk müsse als Hersteller der Kalaschnikow-Maschinengewehre und tragbaren Panzerabwehrsysteme mit dem Konkurrenten Ischmasch um die Aufträge kämpfen, die knapp würden. Laut Konstantin Makijenko vom Zentrum für Strategie- und Technologieanalyse hat sich Molot als erster Betrieb in Russland öffentlich für eine Lohnauszahlung mit Lebensmitteln entschlossen. Diese Praxis würde sich aber ausbreiten, sollte sich die Krise vertiefen, sagte er.