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    Russland will bei Besuch des irakischen Premiers Klarheit über alte Verträge schaffen

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    Russland will die Frage der Verträge mit dem Irak klären, die mit russischen Unternehmen unter der früheren irakischen Regierung geschlossen worden waren.

    MOSKAU, 09. April (RIA Novosti). Russland will die Frage der Verträge mit dem Irak klären, die mit russischen Unternehmen unter der früheren irakischen Regierung geschlossen worden waren. Am 9. bis 10. April besucht der irakische Premier Nuri al-Maliki auf Einladung seines russischen Amtskollegen Wladimir Putin Russland.

    "Wir sind vor allem darin interessiert, uns Klarheit über die Verträge zu verschaffen, die mit der russischen Seite früher geschlossen wurden. Die irakischen Kollegen müssen eine Entscheidung über diese Frage treffen", zitiert der Pressedienst des russischen Energieministeriums den Vizeminister für Energiewirtschaft Anatoli Janowski.

    In der Regierungszeit von Saddam Hussein hatte der russische Ölförderer Lukoil einen Vertrag mit dem Irak über den Abbau der Lagerstätte Westkurna-2 geschlossen, den die heutige Landesführung nicht anerkennt.

    Während des Moskau-Besuchs von al-Maliki sollen Fragen der Entwicklung der handelswirtschaftlichen Beziehungen zwischen Russland und dem Irak, insbesondere die Rückkehr von russischen Unternehmen auf den irakischen Markt und deren Zusammenarbeit mit irakischen Partnern in der Erdöl- und Erdgasbranche, der Stromerzeugung, dem Bauwesen und anderen Bereichen, erörtert werden.

    "Die Zusammenarbeit zwischen Russland und dem Irak darf keinen Diskriminierungscharakter in Bezug auf russische Unternehmen haben", sagte Janowski. Ihm zufolge ist Russland daran interessiert, dass seine Wirtschaft die Möglichkeit hat, an entsprechenden Ausschreibungen teilzunehmen, die im Irak bekannt gegeben werden.

    Lukoil beansprucht sein Eigentumsrecht am Vorkommen Westkurna-2. Der Vertrag für die Erschließung der zweiten Baufolge dieser Öllagerstätte wurde am 21. März 1997 unterzeichnet. Der Lukoil-Aktienanteil beträgt 68 Prozent. Das ist das weltgrößte Ölvorkommen, die nachgewiesenen Ölvorräte werden auf sechs Milliarden Barrel geschätzt. Die Gültigkeitsdauer des Vertrages wurde für 23 Jahre mit der Möglichkeit des Prolongierens um weitere fünf Jahre festgelegt.

    Kurz vor dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein verkündete Bagdad die Auflösung des Vertrages mit den Investoren des Projektes. Später wurden die Verhandlungen mehr als einmal sowohl mit offiziellen irakischen Vertretern als auch mit Vertretern der USA wieder aufgenommen, es konnten jedoch keine konkreten Vereinbarungen über die Zukunft des Projektes erreicht werden.

    Die Lagerstätte Westkurna-2 liegt 100 Kilometer nordwestlich der Stadt Basra. In der Zeit der Gültigkeit des Vertrages könnten 4,8 Milliarden Barrel Öl und 56,4 Milliarden Kubikmeter Begleitgas gewonnen werden. Die geplanten Kapitalanlagen in den Abbau des Vorkommens betragen rund vier Milliarden Dollar.

    Gegenwärtig fördert der Irak 2,5 Millionen Barrel Öl täglich. Mit technischer Hilfe ausländischer Unternehmen könnten die Iraker bis 2010 die tägliche Erdölförderung auf vier Millionen Barrel steigern.

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