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    Lage auf Russlands Automarkt immer auswegloser - „Wedomosti“

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    MOSKAU, 28. April (RIA Novosti). Der Autobau in Russland ist nach Angaben des Wirtschaftsministeriums um 63 Prozent dramatisch abgestürzt. Die Hoffnung auf die Wiederherstellung der Nachfrage ist verschwunden. Darüber schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Dienstag.

    Doch es soll noch schlimmer kommen. Angaben des Industrie- und Handelsministeriums zufolge ist Ende 2009 der 60-prozentige Rückgang in der Automobilbranche zu erwarten. Im ersten Quartal 2009 ging die Autoproduktion in Russland um 62,9 Prozent zurück auf 123 000 Autos, heißt es in einem Bericht des russischen Wirtschaftsministeriums.

    Schuld daran seien in erster Linie die russischen Autobauer. Die Produktion russischer Automarken schrumpfte um 71,6 Prozent auf 57 200 Stück, was lediglich 45,5 Prozent der Gesamtproduktion ausmacht. Fahrzeughersteller AvtoVAZ drosselte seine Produktion um 71,2 Prozent auf 52 878 Stück, UAZ um 79,1 Prozent auf 1336 Autos, GAZ musste die Produktion von PKWs nahezu komplett einstellen (es wurden nur 187 Volga Siber produziert).

    Die Produktion ausländischer Modelle in Russland ging um 50,9 Prozent auf 66 200 Autos zurück. Die besten Ergebnisse hat der deutsche Autobauer Volkswagen in der Stadt Kaluga vorzuweisen (produziert auch den Skoda): die Produktion sank um lediglich 7,5 Prozent (auf 12 495 Autos). Dieses Werk begann allerdings erst im ersten Quartal 2008 mit der Autoproduktion.

    Beim US-Autobauer Ford (in der Stadt Wsewoloschsk) ging die Produktion um 19,4 Prozent auf 12 668 Autos zurück - und bei Avtoframos (baut Renault Logan) um 36,9 Prozent auf 12 551 PKWs. Die Vorreiterrolle übernahm jedoch Avtotor, der einen Produktionsrückgang in der Größenordnung von etwa 71,2 Prozent (7884 Autos) zu verzeichnen hatte.

    Die niedrige Nachfrage, die auf die sinkenden Einkünfte der Bevölkerung und auf die Kreditklemme zurückzuführen ist, habe zur Vergrößerung der Lagerbestände sowie zu Produktionsstopps geführt, so das Wirtschaftsministerium. Es lohnt sich nicht zu hoffen, dass sich die Lage rasch verbessern würde: Der Autoverkauf in Russland wird im Jahr 2009 um 60 Prozent zurückgehen, sagte gestern der stellvertretende Wirtschaftsminister Andrej Dementjew.

    Bereits im Dezember 2008 ging das russische Handelsministerium von deutlich besseren Zahlen aus, der Rückgang in der Autobranche sollte lediglich 40 Prozent ausmachen. Die Prognose wurde aber korrigiert, nachdem die Daten des ersten Quartals 2009 bekannt wurden. Der Nutzfahrzeugmarkt werde um 50 Prozent fallen, zeigen die Prognosen des Industrie- und Handelsministeriums. Dies geschehe, obwohl der Staat den Verkauf von etwa 250 000 Fahrzeugen zu sichern gedenkt.

    Der Optimismus der Experten schwindet jeden Monat. Bereits am Jahresanfang ging die Association of European Businesses (unabhängiger Verband von europäischen Firmen und Unternehmern in Russland) davon aus, dass Russlands Automarkt um 18 Prozent auf 2,4 Millionen Autos schrumpfen würde. Im Februar allerdings musste sie ihre Prognose korrigieren (Rückgang um 35 Prozent auf 1,9 Millionen), und im März ebenfalls (um 40 Prozent auf 1,7 Millionen).

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