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    Konzerne ringen um Russlands Ölvorkommen - „Kommersant“

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    MOSKAU, 28. April (RIA Novosti). Das russische Energieministerium schlägt vor, alle Erdölvorkommen zur staatlichen Erdölreserve zu zählen. Darüber berichtet die Tageszeitung „Kommersant“ am Dienstag.

    Die Idee der Einrichtung einer staatlichen Reserve aus bereits gefördertem Erdöl wird im Ministerium nicht unterstützt, denn der Bau und das Betreiben der riesigen Erdölbehälter seien zu kostspielig. Experten vermuten, dass die Regierung die Erschließung von den Staatsunternehmen nicht unterstellten Erdölvorkommen verhindern möchte, um die Kontrolle über den Erdölexport in ihren Händen zu behalten.

    Bereits im Juni 2008 hat der russische Vizepremier Igor Setschin angeordnet, die Vorschläge zur Schaffung einer staatlichen Erdölreserve vorzubereiten mit dem Ziel, die Möglichkeit zu erlangen, in Zeiten hoher Ölpreise auf den internationalen Märkten die Preise für das „schwarze Gold“ auf dem Binnenmarkt durch gezielte Interventionen nach unten zu drücken.

    Nach dem Ausbruch der Krise wurde dieser Plan mit Blick auf die internationalen Märkte umgestellt: die Schaffung einer staatlichen Erdölreserve wurde im Dezember 2008 sogar mit den OPEC-Staaten besprochen.

    Das russische Energieministerium teilte gestern jedoch mit, es habe nie die Idee einer solchen Reserve unterstützt. Die Idee, die wirklich in der Regierung diskutiert wird, betrifft laut Energieminister Sergej Schmatko die Schaffung einer Reserve in „einem allgemeinen Sinne“.

    Eine Quelle im Energieministerium teilte mit, dass man auch Erdölvorkommen wie das Trebs- und das Titow-Vorkommen im Autonomen Bezirk der Nenzen als staatliche Reserve betrachten wolle.

    Eine Erdölreserve (aus Vorkommen) wird anscheinend eingerichtet, aber nicht, um auf die internationalen Erdölpreise einzuwirken. „Die Regierung hat die interessantesten Vorkommen auf Eis gelegt“, sagt Michail Krutichin von der Agentur RusEnergy. Würde man beispielsweise das Trebs- und das Titow-Vorkommen ausbeuten wollen, würde dies bedeuten, dass der Erdölexport über die Lukoil-Terminals abgewickelt werden würde, die staatlichen Erdölunternehmen wie Transneft würden außen vor bleiben.

    Ein Lukoil-Sprecher bestätigte das Interesse seines Konzerns an die Vorkommen Trebs und Titow. „Für uns ist es nicht ganz einleuchtend, warum solche Vorkommen zu einer Staatsreserve gezählt werden, denn dadurch würde die Erschließung und Ausbeutung dieser Vorkommen auf die lange Bank geschoben“.

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