05:53 26 September 2017
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    Gazprom diktiert Preise mit gedrosselter Gasförderung - "Nesawissimaja Gaseta"

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    MOSKAU, 25. Mai (RIA Novosti). Durch die Alleinstellung Gazproms kann der russische Gasriese auch außerhalb der russischen Grenzen den Preis diktieren, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Montag.

    Auf den Nachfragerückgang im In- und Ausland reagiert der Gaskonzern mit einer Verringerung der Gasförderung.

    Am Freitag hatte der Energiekonzern die Prognose für seine Gasgewinnung in diesem Jahr wieder nach unten korrigiert. Wie Alexander Ananenkow, Vizevorsitzender des Gazprom-Vorstands, sagte, kann die Förderung um 18 Prozent auf 450 Milliarden Kubikmeter fallen (nach Angaben des Managers kann Gazprom jährlich 600 Milliarden Kubikmeter fördern).

    Zugleich zwingt der Konzern, wie Experten betonen, auch die unabhängigen Produzenten zu einer proportionalen Reduzierung der Gasförderung, so dass sie die Preise auf dem freien Inlandsmarkt nicht herabsetzen könnten.

    Die bisherige Untergrenze der Gewinnung wurde 2001 fixiert, als der Konzern 512 Milliarden Kubikmeter förderte.

    "Wahrscheinlich könnten die Preise auf dem freien Markt um etwa 15 bis 20 Prozent sinken, wenn andere bestehende formelle Begrenzungen, vor allem das Recht Gazproms, das 'einzige Exportfenster' zu sein, ausgeschlossen würden", stellt Michail Krutichin, Partner der Consulting-Gesellschaft RusEnergy, fest. "Doch das ist eher eine Frage an die Regierung, denn einen freien Gasmarkt gibt es in Russland bisher nicht."

    Der Konzern beschränke, so der Experte, nicht nur die eigene Gewinnung, er fordere auch von den unabhängigen Produzenten ihre proportionale Senkung. "Solange der Konzern das Gastransportsystem und 80 Prozent des Inlandsmarktes kontrolliert, wird es im Lande keinen freien Gasmarkt geben", meint Krutichin.

    "Unterdessen nützt die heruntergefahrene Förderung Gazprom, das ist eine gute Möglichkeit, die eigenen Ressourcen zu mobilisieren und auf den Preisanstieg zu warten", bemerkt der Experte.

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