01:04 25 September 2017
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    Steigende Arbeitslosigkeit in Russland drückt Geschäft im Einzelhandel - "Kommersant"

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    MOSKAU, 25. Mai (RIA Novosti). Die russische Statistikbehörde Rosstat hat im April die Gesamtzahl der Arbeitslosen nach der ILO-Methode gemessen, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Montag.

    Das Ergebnis: Anfang Mai machte die Arbeitslosigkeit über zehn Prozent (7,7 Millionen Personen) aus. Experten halten eine Arbeitslosenzahl von 13 Prozent am Jahresende nicht für unrealistisch. Außerdem betonen sie, dass die Arbeitslosigkeit die Einkünfte der Bevölkerung verringere, was in den April-Angaben über den Einzelhandelsumsatz seinen Ausdruck gefunden habe.

    Im Ministerium für Gesundheitswesen und Sozialentwicklung wird die Zahl der registrierten Beschäftigungslosen jede Woche geprüft und ein rückläufiger Trend dabei festgestellt. In der vergangenen Woche betrug der Rückgang dieser Zahl 0,3 Prozent.

    Tatjana Malewa, Direktorin des Unabhängigen Instituts für Sozialpolitik, weist darauf hin, dass die registrierte Arbeitslosigkeit saisonbedingt sei. "Die sozialen Spannungen werden im Herbst, nach dem Ende der Sommersaison, wieder einsetzen", ist Malewa überzeugt.

    13 Prozent der Arbeitslosen am Jahresende "könnten durchaus real sein", meint sie, präzisiert jedoch, dass am wichtigsten die Dauer der Beschäftigungslosigkeit sei. "Wir treten gerade in eine chronische Arbeitslosigkeit", so die Expertin.

    Andrej Korowkin, Leiter des Labors für Prognosen der Arbeitsressourcen am Institut für Volkswirtschaftsprognosen der Russischen Akademie der Wissenschaften, vertritt die Auffassung: Die Arbeitslosigkeit drücke die Nachfrage und die Einkünfte der Bevölkerung stark nach unten. Nach Rosstat-Angaben sind die realen verfügbaren Einkommen im April 2009 gegenüber April 2008 um 0,1 Prozent und von Januar bis April 2009 um ein Prozent gesunken.

    Igor Nikolajew, Chefanalyst der FBK, hat seine Arbeitslosigkeitsprognose nicht revidiert (elf bis zwölf Prozent beziehungsweise 8,5 bis neun Millionen Personen am Jahresende). Doch die Tatsache, die die größten Besorgnisse hervorrufe, sei das Schrumpfen des Einelhandelsumsatzes, das durch Rosstat seit drei Monaten festgestellt werde, wobei die Talfahrt an Tempo zunimmt. So sank der Einzelhandelsumsatz im April 2009 um 5,3 Prozent gegenüber April 2008 (im Febraur machte die Senkung 2,4, im März 4 Prozent aus).

    "Das beweist, dass sich bei uns der Trend zur Verringerung des Handelsumsatzes und folglich zum Rückgang der Verbrauchernachfrage herausgebildet hat. Das heißt, dass einer der wichtigsten Faktoren, der die russische Wirtschaft aufrechterhielt und noch bis Januar wirksam war, nicht mehr existiert", findet Nikolajew. "Das wird die Dynamik der Industrieproduktion, vor allem die Verarbeitungsindustrie, bremsen."

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