13:03 22 August 2017
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    Gazprom mischt stärker im Ölgeschäft mit - „Kommersant“

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    MOSKAU, 28. Mai (RIA Novosti). Der russische Gasriese Gazprom wird dank seinen Tochterfirmen bald so viel Öl wie ein durchschnittliches Ölunternehmen fördern, berichtet die russische Zeitung „Kommersant“.

    Das Unternehmen Vostokgazprom, das Gazprom zu 99 Prozent gehört, hat mit der industriellen Ölförderung im Gebiet Tomsk begonnen. Damit steht die Gasholding auf Augenhöhe mit den Ölunternehmen Russneft und Baschneft.

    Vostokgazprom teilte mit, bis Ende dieses Jahres 260 000 Tonnen Öl fördern zu wollen. Nach der Inbetriebnahme von mehreren Vorkommen der Juschnaja-Gruppe soll die Förderung bis 2012 auf eine Million Tonnen flüssige Kohlenwasserstoffe ansteigen. Die Gasfördermenge bleibt auf dem bisherigen Niveau, das etwa drei Milliarden Kubikmeter erreicht. Der Aufsichtsratsvorsitzende von Vostokgazprom, Michail Sereda, sagte, bis 2019 ein Förderniveau von zehn Milliarden Kubikmeter Gas und fünf Millionen Tonnen Öl pro Jahr erreichen zu wollen.

    Die Ölförderung gehört nicht zu den wichtigsten Geschäftsfeldern Gazproms. Damit befasst sich das Tochterunternehmen GazpromNeft, das die Lizenzen für fast alle Ölvorkommen des Mutterkonzerns erhalten hat. Nach Angaben des staatlichen Gas- und Ölmarktanalyseunternehmens ZDU TEK hat Gazprom ohne GazpromNeft im vergangenen Jahr 12,7 Millionen Tonnen Öl gefördert.

    Das ist mit der Jahresförderung von Baschneft (elf Millionen Tonnen) vergleichbar und etwas weniger als die Produktionsmenge von Russneft (14 Millionen Tonnen). Die größten Produzenten sind Gazprom Dobytscha Urengoj (4,8 Millionen Tonnen) und Gazprom Dobytscha Astrachan (4,2 Millionen Tonnen).

    Vitali Krjukow, Analyst des Investitions- und Finanzhauses Kapital, sagte, dass die Gazprom bemühe, die Gas- und Ölgeschäfte innerhalb der Gruppe getrennt zu führen. „Die wichtigsten Öllizenzen sind bereits an GazpromNeft übergeben oder werden im Moment übergeben. Doch die kleinen Vorkommen mit niedrigen Fördermengen können unter den Fittichen des Mutterkonzerns bleiben, weil es recht viel Mühe macht, eine gemischte Lizenz zu übergeben.“

    In diesem Fall könne GazpromNeft als Betreiber fungieren. Artjom Kontschin von UniCredit sagte, dass GazpromNeft die Lizenzen entweder für reine Ölvorkommen oder für Flächen bekomme, auf denen es mehr Öl als andere Kohlenwasserstoffe gebe.

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