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    Neuer Gaskonflikt zwischen Russland und Ukraine entbrannt - Russlands Presse

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    Europa wird kaum imstande sein, der Ukraine Geld für die Bezahlung russischen Gases zu geben. Über dieses Thema schreiben russische Zeitungen am Montag.

    MOSKAU, 01. Juni (RIA Novosti). Europa wird kaum imstande sein, der Ukraine Geld für die Bezahlung russischen Gases zu geben. Über dieses Thema schreiben russische Zeitungen am Montag.

    Sie berufen sich dabei auf die entsprechende Äußerung von EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso vom vergangenen Freitag. Russland aber hatte bereits zuvor seine Bereitschaft bekannt gegeben, dem Nachbarstaat 4,2 Milliarden Dollar nur gemeinsam mit den Europäern zu leihen.

    Jetzt droht sich die Angelegenheit zu einem Gaskonflikt auszuwachsen.

    Im April hatte Gazprom dem ukrainischen Versorger Naftogas einen Vorschuss für den Gastransit bis Ende 2010 gegeben; dieses Geld ist bereits ausgegeben worden.

    Vor einer Woche besprach der russische Premier Wladimir Putin mit seiner ukrainischen Amtskollegin Julia Timoschenko Vorschusszahlungen für den Transit zwischen 2010 und 2014. Laut zwei Gazprom-Managern wurde jedoch beschlossen, darauf zu verzichten.

    Gemäß einer Deklaration zwischen der Ukraine und EU vom 23. März soll Naftogas bereits 2010 nach Geschäftsfeldern aufgesplittet werden. Laut Gazprom können die neuen Strukturen den Verpflichtungen des früheren Kreditnehmers nicht nachkommen.

    "Faktisch gab Barroso zu verstehen, dass der Gastransit ein russisches Problem sei und die EU nichts angehe. Ihm zufolge müsse Russland das Problem selbstständig lösen", stellt Wladimir Scharichin, Vize-Direktor des Instituts für GUS-Staaten (Moskau), fest.

    Gemäß seinen Beobachtungen wollten die Beamten aus Brüssel "selbst die Gaslieferungen kontrollieren und so den Einfluss der westeuropäischen Unternehmen, die es kaufen, vermindern".

    „Die Politik der EU-Beamten richtet sich nicht nur gegen Russland, sondern auch gegen die Energieunternehmen aus Deutschland und Italien. Die Ukraine ist für EU nur ein Ort, die Verhältnisse zu klären."

    Anatoli Dmitrijewski, Direktor des Instituts für Erdöl- und Erdgasprobleme (Moskau), dazu: "Die Europäische Union treibt ihre Politik von Dreifachstandards weiter: billiges Gas für sich selbst, teures Gas in Russland und dazu die Verhinderung des Preisanstiegs. Russland seinerseits muss die Idee umsetzen wie die Gaslieferungen in die Marktverhältnisse einzubauen seien."

    Inzwischen wollen weder die EU noch Russland Zugeständnisse machen: Niemand beabsichtige, der Ukraine Geld zu geben. Die EU wünsche, die ganze Verantwortung für den Gastransit Russland aufzuerlegen, obwohl gemäß allen Charakteristika für das technische (für den Transit notwendige) Gas die Ukraine zu zahlen habe.

    "Früher oder später wird Russland der Ukraine einen Kredit gewähren müssen", behauptet Scharichin. "Doch auf weite Sicht kann der Konflikt die Umstellung Russlands von den westlichen auf östliche Verbraucher beschleunigen."

    Quellen: "Nowyje Iswestija", "Kommersant" vom 01.06.09.

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