04:52 19 Januar 2018
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    Russland und Turkmenien suchen Schuldigen für Pipeline-Explosion - "RBC Daily"

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    MOSKAU, 01. Juni (RIA Novosti). Turkmenien hat den vierten Abschnitt der Gaspipeline Zentralasien - Zentrum nach der Explosion vom 9. April wieder instand gesetzt, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Dienstag.

    Doch noch tut sich nichts im Rohr, denn für die völlige Wiederherstellung der turkmenischen Gaslieferungen muss der Schuldige an der Explosion gefunden werden. Wenn das nicht gelingt, könnte der Fall vor Gericht kommen.

    Nach Meinung von Experten wird eine Lösung wahrscheinlich durch gütliche Einigung erreicht werden, aber bei Gerichtsverhandlungen habe Gazprom mehr Chancen auf einen Sieg.

    Der Abschnitt Nr. 4 sei beinahe sofort nach der Explosion wiederaufgebaut worden, so Dowlet Atabajew, Leiter der europäischen Vertretung der Staatlichen Agentur für Verwaltung und Nutzung von Öl- und Gasressourcen beim Präsidenten Turkmeniens. Aschchabad habe das Vorkommnis dem Konzern Gazprom zur Last gelegt, der ohne Benachrichtigung der turkmenischen Seite den Umfang des entnommenen Gases radikal gesenkt habe.

    Russland und Turkmenien haben eine Expertengruppe gebildet und klären zurzeit die Explosionsursache und -umstände. "Die Seiten können sich nicht darüber einigen, wer die Schuld auf sich nehmen soll", sagte Odek Odekow, Direktor des geologischen Forschungsinstituts des staatlichen Unternehmens Turkmengeologija.

    Wladimir Tschikin, Chefjurist der Tenzor Consulting Group, findet, dass Gazprom mehr Chancen habe, einen Prozess vor Gericht zu gewinnen. Usbekistan und Kasachstan, über deren Gebiete ebenfalls der vierte Abschnitt der Pipeline Zentralasien - Zentrum verläuft, konnten sich binnen eines Tages auf den Druckabfall im Rohr vorbereiten. Deshalb hätte Turkmenien, selbst wenn es zur Havarie infolge des zu hohen Gasdrucks im Rohr gekommen sei, den Vorfall abwenden können.

    Alexander Schtok von Consulting-Firma 2K Audit - Delowyje konsultazii zweifelt daran, dass die Sache vors Gericht gelangen werde. Die russische Seite gebe zu verstehen, dass sie zur Wiederaufnahme des Gaskaufs in Turkmenien bereit sei, Aschchabad demonstriere seine Unterstützung für die russischen Gasprojekte, demnach wollen beide Seiten den Konflikt friedlich lösen.

    Wenn Gazprom beschließt, Gas in Turkmenien im früheren Umfang zu kaufen, wird es die eigene Gewinnung offensichtlich kürzen müssen, da sich der Gasverbrauch vermindert hat. Als Kompromiss könnte die Senkung der Käufe proportional zur Senkung des Gasverbrauchs in Frage kommen.

    Beide Seiten erwarten nach Ansicht Natalja Miltschakowas von der Finanzgesellschaft Otkrytije eine politische Lösung der Frage.