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    Russland kann Getreideexport verdreifachen - Ex-Agrarminister

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    Weltgetreideforum in St. Petersburg (27)
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    WORONESH, 01. Juni (RIA Novosti). Russland kann die Produktion von Futter- und Brotgetreide für den Weltmarkt von 18 Millionen Tonnen in diesem Jahr um mindestens 40 Millionen Tonnen steigern.

    Dies teilte der Gouverneur des Gebietes Woronesch und Ex-Landwirtschaftsminister Russlands Alexej Gordejew am Montag in einem RIA-Novosti-Interview anlässlich des Weltgetreideforums mit, das am 6. bis 7. Juni in Sankt Petersburg stattfindet.

    Im laufenden Landwirtschaftsjahr (vom 1. Juli 2008 bis zum 30. Juni 2009) soll Russland laut offizieller Prognose des Landwirtschaftsministeriums 18 bis 19 Millionen Tonnen Getreide ausführen und somit den russischen Rekord von 2002/2003 schlagen, als Russland 15,8 Millionen Tonnen exportiert hatte. Im vorigen Landwirtschaftsjahr hatte Russland insgesamt 13,6 Millionen Tonnen Getreide auf den Weltmarkt geliefert.

    "In den letzten Jahren gehört Russland stabil zu den größten Getreideproduzenten, vor allem bei Brotweizen. Dabei ist unser Potenzial durchaus nicht erschöpft. Wir könnten die Produktion von Futter- und Brotgetreide für den Weltmarkt ungefähr um 40 bis 45 Millionen Tonnen erhöhen, wenn wir die eigenen Ressourcen und neue Agrartechnologien nutzen würden", so Gordejew.

    Unter den Hauptproblemen der Branche nannte er das niedrige Niveau der Mechanisierung der Agrarproduktion und die unzureichende Verwendung von Hochtechnologien.

    Zudem hätte sich nach seinen Worten noch kein stabiler Absatzmarkt für Russlands Getreide herausgebildet. Russland müsste entsprechende Erfahrungen solcher Länder wie die USA, Kanada und Australien übernehmen.

    Als ersten Schritt in dieser Richtung erwähnte der Ex-Minister die Bildung eines Russischen Getreidekonzerns, der zum Hauptexporteur von Getreide und einem konkurrierenden Partner für führende internationale Unternehmen werden solle.

    Er verwies auf die Notwendigkeit, die Qualität der russischen Getreideproduktion zu erhöhen. "Wir müssen davon ausgehen, dass Russland eben eine Getreide ausführende Großmacht ist", fügte er an.

    Alexej Gordejew betonte, dass das Weltgetreideforum in Sankt Petersburg ein Ereignis von Großformat sei. "Das Forum ist nicht nur unter wirtschaftlichem Aspekt attraktiv, sondern auch unter politischem, weil es dort um die Lösung solcher globaler Probleme geht wie die Lebensmittelsicherheit, die Hungerbekämpfung und die Überwindung der Krise", sagte er.

    Der Gesprächspartner der RIA Novosti verwies darauf, dass die Große Acht den Beschluss über die Durchführung dieses Forums nach dem Vorschlag des russischen Präsidenten Dmitri Medwedew gefasst hatte.

    Im Kontext der Lebensmittelsicherheit in einem beliebigen Land spiele das Getreide eine Schlüsselrolle, weil es die Lebensmittelbasis festige und in vieler Hinsicht die Fleisch- und Milchproduktion mitpräge.

    In der Zukunft werde das Getreide zweifellos zu einer strategischen Ware, sagte Alexej Gordejew.

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