01:17 24 April 2018
SNA Radio
    Wirtschaft

    Neue Gaspipelines werden Energiesicherheit Europas nicht komplett gewährleisten - US-Experte

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 01

    Die USA befürworten die Gasprojekte Nabucco und TGI (Türkei-Griechenland-Italien) und sind zugleich der Ansicht, dass sie nicht alle Probleme der Energiesicherheit Europas werden lösen können.

    BAKU, 01. Juni (RIA Novosti). Die USA befürworten die Gasprojekte Nabucco und TGI (Türkei-Griechenland-Italien) und sind zugleich der Ansicht, dass sie nicht alle Probleme der Energiesicherheit Europas werden lösen können.

    Das sagte Richard Morningstar, Sonderbeauftragter von US-Präsident Barack Obama für Energieprobleme in Eurasia, am Montag in der aserbaidschanisch-amerikanischen Handelskammer in Baku.

    "Ich möchte meine Position zum Süd-Korridor offenbaren, insbesondere zu Nabucco und zur TGI-Leitung. Welches Projekt zuerst realisiert wird, ist eine kommerzielle Frage. Aber sie beide sind im Hinblick auf die Strategie und Diversifizierung enorm wichtig. Sie können den Weg für die künftige Entwicklung nicht nur in Aserbaidschan, sondern auch in Turkmenistan und dem Irak ebnen. Zugleich sollten wir uns darüber klar werden, dass diese Projekte nur eine Seite des Problems sind und nicht alle Fragen der Energiesicherheit Europas lösen werden", sagte der Experte.

    Für den Bau der Nabucco-Leitung, über die Erdgas von Feldern im Kaspischen Meer via Türkei und Balkan in Umgehung Russlands nach Zentraleuropa gepumpt werden soll, wurde das Konsortium Nabucco Gas Pipeline International GmbH gegründet. Gesellschafter des Projekts sind die OMV Gas & Power GmbH (Österreich), MOL (Ungarn), Bulgargaz (Bulgarien), Transgaz (Rumänien), Botas (Türkei) und die RWE Supply & Trading GmbH (Deutschland) mit einem Anteil von jeweils 16,67 Prozent.

    Die rund 3300 Kilometer lange Pipeline soll eine Durchsatzkapazität von 31 Milliarden Kubikmeter Gas im Jahr haben. Die Inbetriebnahme ist für 2013 geplant.

    Nach dem Gaskonflikt zwischen Russland und der Ukraine vom vergangenen Januar hatten Vertreter der EU-Kommission und der Führungen einiger EU-Länder für einen schnellstmöglichen Bau alternativer Versorgungsleitungen ausgesprochen. Dabei wird das Nabucco-Projekt favorisiert.

    Über die TGI-Pipeline soll Erdgas aus dem Raum des Kaspischen Meer nach Italien fließen. Die etwa 800 Kilometer lange Leitung wird eine Durchsatzkapazität von voraussichtlich bis zu zehn Milliarden Kubikmeter im Jahr haben. Aktionäre des Projekts sind der griechische Gaskonzern Depa und das italienische Unternehmen Edisson.