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    Weißrussland bittet Russland um neun Milliarden Dollar - Russlands Presse

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    MOSKAU, 03. Juni (RIA Novosti). Weißrussland hat die russische Regierung offiziell um einen Kredit ersucht, schreiben russische Zeitungen am Mittwoch.

    Das Geld ist für den Bau des ersten Atomkraftwerks in dem Nachbarland bestimmt. Wie gestern Nikolai Gruscha, Chef der Atomenergieabteilung im weißrussischen Energieministerium, mitteilte, handelt es sich um neun Milliarden Dollar.

    Das AKW im Gebiet Grodno soll zwei Blöcke von je 1000 Megawatt haben, die 2016 und 2018 in Betrieb genommen werden sollen. Als Generalauftragnehmer tritt der russische Staatskonzern Atomstroyexport auf.

    Von den neun Milliarden Dollar sollen 6,5 Milliarden für den Bau des AKW, die übrigen für den Aufbau der Infrastruktur verwendet werden.

    Die Bitte um einen Kredit wirkt merkwürdig vor dem Hintergrund des jüngsten Konfliktes, der am vorigen Donnerstag mit einer Erklärung des russischen Finanzministers Alexej Kudrin begann. Dieser bezweifelte die Bereitstellung der abermaligen finanziellen Unterstützung für Weißrussland von 500 Millionen Dollar und eines Kredits für das AKW. Außerdem kritisierte er scharf die Finanzpolitik von Minsk.

    Als Antwort auf Kudrins Worte sagte Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko, der russische Minister habe sich "mit dem Abschaum solidarisiert, der hier für westliches Geld kläfft und uns arbeiten beibringt". Lukaschenko forderte die eigene Regierung auf, Russland nicht um Geld zu bitten.

    Experten sehen das Verhalten Weißrusslands gelassen. "Das ist überhaupt Weißrusslands Stil", sagte Alexej Makarkin, Vize-Generalsdirektor des Zentrums für politische Technologien (Moskau). "Es feilscht immer um jeden Punkt und droht fortwährend, 'in den Westen zu gehen', doch weit wird Weißrussland nicht gehen."

    Der Experte erinnert daran, dass sich Russland und Weißrussland am Ende immer einigen. Das letzte Mal haben wir das im Februar beobachtet, als Weißrussland nach einer abermaligen Kredittranche aus Russland in den Aufbau eines gemeinsamen Luftverteidigungssystems einwilligte. Jetzt könnte das Gefeilsche weitergehen, diesmal um die Anerkennung Südossetiens durch Weißrussland sowie den Übergang zu Verrechnungen in Rubel.

    Quellen: "Gaseta" vom 03.06.09, "Gazeta.Ru" vom 02.06.09.

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