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    EAWG zu gemeinsamem Kampf gegen Krise fähig? - "Wedomosti"

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    MOSKAU, 10. Juni (RIA Novosti). Der von Russland, Weißrussland, Kasachstan, Kirgisien, Tadschikistan und Armenien gegründete EAWG-Fonds ist anscheinend der wichtigste Teil des Antikrisenplans, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Mittwoch.

    Der Fonds (von den zehn Milliarden Dollar tragen Moskau 7,5 und Astana 1,5 Milliarden bei) wird bald genutzt werden. Als Gegenleistung für die finanzielle Unterstützung werden den Teilnehmerstaaten gegenseitige Verrechnungen in Rubel und die Beseitigung der Zollschranken angeboten.

    Der restliche Teil des Plans gleicht eher einem politischen Tauschgeschäft als Wirtschaftsmaßnahmen, die zur Überwindung der Krise beitragen könnten.

    Haben die Staaten, die in dermaßen unterschiedlichen Wirtschaftsschwierigkeiten stecken, Chancen, eine gemeinsame Antikrisenpolitik auszuarbeiten? Die bunte Gruppe der Unterhändler zerfällt in zwei große Teile: Russland und Kasachstan sind Öl- und Gasexporteure, während Weißrussland, Armenien, Tadschikistan und Kirgisien die Rohstoffe importieren müssen.

    Im Unterschied zu den Rohstoff-Exporteuren waren für die übrigen Länder die Geldüberweisungen ihrer im Ausland arbeitenden Landsleute in den letzten Jahren die Hauptquelle des Wachstums.

    Laut IWF-Angaben machten 2008 die Geldüberweisungen nach Tadschikistan mehr als 50 Prozent und die nach Kirgisien 30 Prozent des Bruttoinlandsproduktes aus. Der größte Teil dieser Überweisungen kam aus Russland.

    Ein Fall für sich ist Weißrussland, das zwar aus Russland ebenfalls Überweisungen zahlreicher Auswanderer bekommt, aber daneben Kalidünger, Ölprodukte, Traktoren und Schwerlastwagen exportiert.

    Nach dem wirtschaftlichen Entwicklungsstand unterscheiden sich beide Ländergruppen stark voneinander: Das Pro-Kopf-BIP beträgt in Tadschikistan 795 Dollar, in Weißrussland 6233, in Kasachstan 8500, in Russland aber 11 806 Dollar. Das Einzige, was alle Mitglieder vereint, ist ihre hohe wirtschaftliche Abhängigkeit von Russland, die sich mit der Krise nur noch verstärkt hat.

    Es gelang den postsowjetischen Staaten auch früher nicht, gemeinsam zu handeln. So wird die von Russland eifrig propagierte Währungsunion stillschweigend boykottiert: Das entsprechende Abkommen der EAWG-Staaten stammt noch aus dem Jahr 2006, aber seitdem ist die Sache nicht vom Fleck gekommen.

    Es sieht so aus, dass der heutige "Antikrisenplan" nur ein Versuch ist, unter dem Vorwand des gemeinsamen Kampfes gegen die Schwierigkeiten alte Pläne wiederzubeleben. Wenn es nicht die Währungsunion ist, dann vielleicht der Beitritt zur Welthandelsorganisation (WTO), der sich Russland nun gemeinsam mit Weißrussland und Kasachstan anschließen möchte.

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