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    Expansionspläne: Gazprom rudert in USA zurück - „Kommersant“

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    MOSKAU, 10. Juni (RIA Novosti). Gazprom hat seine Ambitionen auf dem größten Erdgasmarkt in der Welt etwas zurückgeschraubt, schreibt die russische Zeitung „Kommersant“ am Mittwoch.

    Der russische Gasriese will jetzt bis 2020 einen fünf- bis zehnprozentigen Anteil am US-Markt einnehmen statt der vor drei Jahren geplanten 15 bis 20 Prozent. Doch auch dieses Vorhaben kann sich wieder ändern.

    „Der Umfang, den wir jetzt in die USA liefern, beträgt 0,5 Prozent des landesweiten Gasverbrauchs, und zusammen mit dem Gas vom Schtokmann-Vorkommen und vom Jamal-Gasfeld wird unser Anteil bis 2020 auf fünf bis zehn Prozent ansteigen“, sagte Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew am Vortag. Er nannte auch zum ersten Mal den genauen Anteil der Schtokman-Förderung, der in die USA gehen soll: 17 Prozent.

    2008 haben die USA 658 Milliarden Kubikmeter Gas verbraucht, fast doppelt so viel wie Russland. Die Eigenförderung erreichte im letzten Jahr 607,4 Milliarden Kubikmeter. Zehn Milliarden Flüssiggas wurden importiert, die restlichen 40,6 Milliarden wurden durch Pipelines aus Kanada importiert.

    Experten äußern die Meinung, dass auch die jetzigen Prognosen von Gazprom zu optimistisch ausfallen. „Die USA haben die niedrigsten Preise und fallende Flüssiggasimporte“, sagt Michail Kortschemkin, Chef der East European Gas Analysis. „Es ist unmöglich, dort mehr als zwei Prozent einzunehmen. Flüssiggaslieferungen nach Südostasien würden höheren Profit einbringen.“

    Der Experte fügt hinzu, dass Gazprom ein Prozent des US-Markts durch Flüssiggaslieferungen von Sachalin an die Westküste des Landes erhalten könne, aber kaum dazu geneigt sein werde.

    Auf dem US-Markt gibt es selbst für billiges Flüssiggas aus Katar wenig Platz, sagt Kortschemkin. Genau deswegen habe StatoilHydro die Gaslieferungen vom Snohvit-Vorkommen nach Südostasien umgestellt.

    „Die Förderung von eigenem Schiefergas in den USA wird den Importen vorgezogen und entspricht zumal den Zielen der Energieunabhängigkeit des Staates“, sagt der Experte. „Bei Preisen in Höhe von 200 US-Dollar ist Schiefergas heute günstig, der Eigenwert fällt. Kaum wahrscheinlich, dass Gazprom das Schtokman-Flüssiggas für 200 US-Dollar je 1000 Kubikmeter verkaufen wird.“

    Maxim Schejin von Brokerkreditservice stimmt zu, dass Gazprom in der nächsten Zeit anderes zu tun haben wird als Terminals in Amerika zu bauen. Der Monopolist muss nämlich nach den Ergebnissen des ersten Halbjahres sein Investitionsprogramm deutlich kürzen. Auch Transportprojekte in Russland und Europa brauchen schleunigst Finanzierungsgelder.

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