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    Russland befreit sich aus Zange der WTO - "Nesawissimaja Gaseta"

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    MOSKAU, 25. Juni (RIA Novosti). Moskau hat die WTO-Beitrittsverhandlungen eingestellt, was nicht ohne Folgen bleiben wird, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Donnerstag.

    Als die Protektionismusschranken für den Inlandsmarkt aufgehoben wurden, nutzten das die Lobbyisten sofort. Das Landwirtschaftsministerium gab eine 15-prozentige Erhöhung der Zolltarife für einzelne Importkäsesorten bekannt. Experten sind überzeugt, dass protektionistische Beschlüsse auch über weitere Warengruppen zu erwarten seien.

    Die steigenden Aktivitäten der Regierung zum Schutz des eigenen Lebensmittelmarktes vor billigen Importprodukten erklären sich mit der Absicht von Russland, Kasachstan und Weißrussland mit der WTO als Mitglieder einer Zollunion zu verhandeln.

    In Wirklichkeit sei Moskau, wie Jewgeni Iwanow, führender Experte des Instituts der Konjunktur des Agrarmarktes (Moskau), annimmt, der endlosen Schikanen und der immer neuen Bedingungen der WTO müde und das Thema zumindest um zehn bis 15 Jahre vertagt.

    In den letzten Jahren musste die Regierung für die einheimische Wirtschaft in vieler Hinsicht ungünstige Lösungen akzeptieren. "Jetzt haben wir freie Hand", sagt Iwanow, "wir können alles zum Schutz des Inlandsmarktes Notwendige tun, weil die WTO-Mitglieder jetzt mit Russland nichts anstellen können."

    Der Analyst betont: "Wenn branchengebundene Verbände jetzt den entsprechenden Ministerien und zentralen Behörden ihre Forderungen stellen, können sie mit Unterstützung rechnen."

    Der russische Konsument wird in jedem Fall die Folgen der Schutzmaßnahmen in der eigenen Geldbörse zu spüren bekommen.

    "Die Preise können steigen", bemerkt Iwanow. Ihm sekundiert Boris Frumkin, stellvertretender Leiter der Abteilung Agrarverhältnisse am Wirtschaftsinstitut der Russischen Akademie der Wissenschaften: "Ein solcher Trend ist beinahe immer zu beobachten: Ein Marktsegment wird frei, und die russischen Produzenten nutzen das in der Regel aus, um ihre Waren zu verteuern."

    Der bevorstehende Preisanstieg bei Lebensmitteln und Waren wird vor allem die Mittelschicht treffen. Die reichen Russen werden den 15-prozentigen Preisanstieg bei dem oben genannten Käse praktisch nicht bemerken, ebenso wie die Bevölkerungsschichten mit niedrigem Einkommen, weil sie schon längst auf Importkäse verzichten.

    Somit werde, so Frumkin, gerade die Mittelklasse die staatliche Unterstützung für die einheimischen Käsereien bezahlen.

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