21:11 21 Oktober 2018
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    China gewinnt Rennen um turkmenisches Gas - "Kommersant"

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    MOSKAU, 25. Juni (RIA Novosti). Im Ringen um das turkmenische Gas hat Russland eine weitere Niederlage einstecken müssen, schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Donnerstag.

    Gestern unterzeichneten der turkmenische Präsident Gurbanguly Berdymuchamedow und der chinesische Vize-Premier Li Keqiang ein Paket mit sieben Abkommen, das der Gas-Allianz von Peking und Aschchabad mehr Kontur gibt.

    China wird Turkmenien drei Milliarden Dollar für die Erschließung des landesgrößten und weltweit viertgrößten Gasvorkommens namens Süd-Iolotan überlassen. Dieses Gas soll über eine Pipeline, die noch in diesem Jahr in Betrieb gesetzt wird, nach China gelangen.

    Laut Schätzung der britischen Beraterfirma Gaffney, Cline & Associates betragen die prognostizierten Vorräte von Süd-Iolotan 4,7 bis 14 Billionen Kubikmeter, was mit dem russischen Schtokman-Vorkommen vergleichbar ist.

    Um den Zugang zu turkmenischem Gas kämpfen viele Staaten. Doch das russische Monopol trat im April in Konflikt mit Turkmenien, als es das verteuerte turkmenische Gas nicht mehr kaufte. Vor wenigen Tagen teilte Russlands Vize-Premier Igor Setschin mit, die Verhandlungen über die Preisformel für turkmenisches Gas würden erst nächste Woche beginnen.

    Die EU, der es um eine Ressourcenbasis für die geplante Nabucco-Pipeline geht, hat ebenfalls keine sonderlichen Erfolge erzielt, weil sie als die Bedingung die Transparenz der Verteilung der Gasgewinne in Turkmenien verlangte.

    Das war für Aschchabad unannehmbar. Daraufhin begab sich Außenminister Raschid Meredow überraschend in die USA, wo er am 23. Juni mit seiner amerikanischen Amtskollegin Hillary Clinton hätte verhandeln sollen, doch das Treffen fand nicht statt - laut offizieller Version - wegen einer Verletzung  von Hillary Clinton nach einem Sturz.

    Wie Quellen aus dem chinesischen Staatsrat erzählen, hätte Vize-Premier Li Keqiang schon im Frühjahr nach Turkmenien kommen sollen, doch sei der Besuch aufgeschoben worden. Aschchabad wollte partout keine klaren Verpflichtungen bezüglich der Gaslieferungen übernehmen. Unter den heutigen Umständen aber blieb Turkmenien kein anderer Ausweg als die Unterzeichnung der Abkommen mit Peking.

    Chinas Behörden rechnen damit, dass Gas nach Inbetriebsetzung des Vorkommens Süd-Iolotan durch die Pipeline Turkmenien - China (via Usbekistan und Kasachstan) kommen werde. Die Bauarbeiten beschleunigen sich, die Inbetriebnahme soll noch vor Jahresende erfolgen.

    Die Leistung des Rohrs soll anfangs 30 Milliarden Kubikmeter betragen und später auf 40 Milliarden erhöht werden. Zum Vergleich: Die geplante Leistung der Nabucco-Leitung soll jährlich 31 Milliarden Kubikmeter ausmachen, und auch das erst gegen 2019.

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