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    Russland bremst vorerst totalen Total-Einstieg bei Jamal-Vorkommen - Russlands Presse

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    MOSKAU, 25. Juni (RIA Novosti). Gestern haben Total und Novatec im Beisein von Premier Wladimir Putin die gemeinsame Erschließung eines russischen Gasvorkommens beschlossen. Darüber schreiben russische Zeitungen am Donnerstag

    Aber der französische Konzern konnte nur Zugang zu dem relativ kleinen Vorkommen Termokarstowoje bekommen. Über die großen Vorkommen auf der Jamal-Halbinsel und die Flüssiggasprojekte werden erst Verhandlungen geführt, und dabei nicht mit Novatec, dem größten unabhängigen Gasproduzenten Russlands, sondern mit Gazprom.

    Das Termokarstowoje-Vorkommen liegt im Krasnoselkup-Rayon des Autonomen Bezirks der Jamal-Nenzen. Seine Vorräte (ABC1+C2) betragen 47,3 Milliarden Kubikmeter Gas und 10,3 Millionen Tonnen flüssige fossile Rohstoffe. Gemäß der internationalen Klassifikation betragen die Gasreserven 24 Milliarden Kubikmeter (85 Prozent davon ausgewiesen). Die Förderung soll 2015 beginnen und sich auf 2,7 Milliarden Kubikmeter Gas und 600 000 Tonnen Gaskondensat im Jahr belaufen.

    Total kauft Novatec den 49-prozentigen Anteil am Unternehmen Terneftegas ab, das die Lizenz auf das Vorkommen besitzt. Über die Summe des Deals vereinbarten die Seiten Stillschweigen. "Das ist ein gutes und großes Projekt", lobte Putin: Die Gesamtinvestitionen würden auf 900 Millionen Dollar, im ersten Stadium auf 20 Millionen Dollar geschätzt.

    Falls es ernsthaft zu diesen Projektausgaben kommen sollte, so erscheint die Rentabilität recht zweifelhaft, wenn jährlich 1,5 Milliarden Kubikmeter Gas nicht vor 2014 und 500 000 bis 600 000 Tonnen Gaskondensat erst ab 2011 gewonnen werden, wobei noch die entsprechende Infrastruktur fehlt.

    Valeri Nesterow von Troika Dialog schätzt den Anteil von Total am Termokarstowoje-Vorkommen auf 150 Millionen Dollar. Er ist überzeugt, dass sich die Kooperation nicht auf dieses Projekt beschränken werde.

    "Ich glaube, Total wurde angedeutet, dass sie auch an den Jamal-Projekten teilnehmen könne, sowohl mit Gazprom als auch mit Novatec, darunter bei der Erschließung des Juschno-Tambejskoje-Vorkommens", erläuterte der Analyst. "Offensichtlich ist jedoch, dass das Flüssiggas-Projekt auf Jamal erst nach Schtokman kommen wird. Die Nachfrage nach Flüssiggas ist nicht klar und die Verwirklichung beider Projekte könnte zur Konkurrenz führen."

    Wie Denis Borissow von der Investmentgesellschaft Solid hinzufügt, hat Total gute Erfahrungen mit Flüssiggas, während russische Unternehmen technologisch nicht in der Lage sind, solche Projekte allein umzusetzen.

    Es ist nicht auszuschließen, dass die Franzosen immer noch auf einen Anteil an Novatec rechnen. Dieses hat mit dem Aufkommen solcher Aktionäre wie Gazprom (19,4 Prozent) und die Firmen des Putin nahe stehenden Unternehmers Gennadi Timtschenko (18,3 Prozent) ganz gute Aussichten auf weitere Geschäfte.

    Quellen: "Wremja Nowostej", "Kommersant", "Wedomosti" vom 25.06.09.

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