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    South Stream: Bulgariens neue Regierung ändert Kurs - "Kommersant"

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    MOSKAU, 13. Juli (RIA Novosti). Bulgarien fordert eine Revision der bereits vereinbarten Bedingungen zur Umsetzung des South-Stream-Projektes, schreibt die russische Zeitung "Kommersant" am Montag.

    Die mit Nabucco konkurrierende South-Stream-Gasleitung soll durch das Schwarze Meer (900 Kilometer) Russland über Bulgarien mit Europa verbinden und dann in zwei Richtungen weiterverlaufen: über Griechenland nach Sardinien sowie über Serbien und Ungarn nach Österreich. Der Unterwasserabschnitt wird auf zehn Milliarden Dollar, die Leistung auf 30 Milliarden Kubikmeter im Jahr geschätzt.

    Nachdem bei den Parlamentswahlen vom 5. Juli in Bulgarien die Partei GERB gesiegt hat, erklärte ihr Vorsitzender und der wahrscheinliche Premier Bojko Borissow, es sei notwendig, die Verhandlungen über mit Russland gemeinsame Energie-Projekte auszusetzen.

    Gemeint sind der Bau des bulgarischen South-Stream-Abschnitts, des Atomkraftwerks Belene und des Wärmekraftwerks in Skopje sowie der Abschluss eines neuen Vertrags über russische Gaslieferungen.

    Ein Beamter des russischen Energieministeriums versicherte inoffiziell, aus Sofia seien bisher keine Vorschläge gekommen. "Wir erwarten nicht, dass diese Pause länger sein wird", sagt der Gesprächspartner. "Das ist einfach der Siegesrausch, der sich bald verflüchtigt."

    Michail Kortschemkin, Leiter von East European Gas Analyses, meint, dass die Pause in den Verhandlungen in Wirklichkeit "auf die Erörterung einer persönlichen Beteiligung der Führung der siegreichen Partei an der Verwaltung der Bauaufträge und der Geldströme des South-Stream-Projekts hinauslaufen wird". Nach Ansicht des Experten "verlaufen solche Verhandlungen schnell und ohne laute Erklärungen".

    Im Übrigen verlangen die bulgarischen Behörden nach der Energie-Krise im Januar, unter der ihr Land mehr als die anderen EU-Länder gelitten hatte, von Russland Verhandlungen über sämtliche Projekte. Die Rede war insbesondere von Garantien für Gaslieferungen über alternative Routen, vom Übergang zu direkten Verträgen (heute wird Gas nach Bulgarien durch Overgas, ein Joint Venture von Gazprom mit Privatinvestoren geliefert) und von "günstigeren Preisen".

    Darauf bat Gazprom um Zugeständnisse in South-Stream-Angelegenheiten: in Bezug auf das Eigentum an der Gasleitung, der Zugehörigkeit des Kontrollpakets des Joint Ventures beim South-Stream-Bau in Bulgarien und den Transittarif.

    Maxim Schejin von Brokerkreditservice vermerkt, dass Bulgariens neue Regierung versuchen werde, bei Verhandlungen mit Gazprom zusätzliche Vorteile auszuhandeln. Nach Meinung des Analysten hängt es in vieler Hinsicht von Bulgarien ab, welche der zwei Gasleitungen früher gebaut sein werde.

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